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Vorwurf Mordverstrickung : Türkei lässt weiteren Deutschen im Ausland festnehmen

  • Aktualisiert am

Kann auch nachdenklich: Türkeis Präsident Erdogan Bild: Reuters

Ein in der Ukraine lebender Deutsch-Türke wurde offenbar schon Mitte des Jahres auf Betreiben Ankaras festgenommen. Ankara wirft ihm Verstrickung in zwei Mordfälle vor.

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          Auf Betreiben der Türkei ist nach von Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, von WDR und NDR ein weiterer Deutscher festgenommen worden. Kemal K., der die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit habe, sei bereits Mitte des Jahres in der Ukraine festgenommen worden und sitze seitdem dort fest, berichteten die Zeitung und die beiden Rundfunkhäuser am Dienstag. Er dürfe das Land nicht verlassen, bis über eine Auslieferung in die Türkei entschieden sei. Die türkische Justiz werfe ihm eine Verstrickung in zwei Morde in der Türkei vor und habe über Interpol nach ihm fahnden lassen. Das Auswärtige Amt in Berlin war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Kemal K. sei 2007 nach Deutschland geflohen, habe politisches Asyl erhalten und sei 2016 eingebürgert worden. In der Türkei war er dem Bericht zufolge in der kommunistischen Partei TKP/ML aktiv. K. sei mit einer Ukrainerin verheiratet und aus privaten Gründen in das Land gereist, hieß es weiter. Zuvor habe die Generalstaatsanwaltschaft Köln ihn vor einer Auslandsreise gewarnt.

          Kemal K. sei 2007 in Baden-Württemberg für mehrere Monate inhaftiert gewesen, das Oberlandesgericht Karlsruhe habe seiner Auslieferung damals jedoch wegen „erheblicher Zweifel am Vorliegen eines hinreichenden Tatverdachts“ nicht zugestimmt.

          Erst vor wenigen Tagen hatte Spanien die Auslieferung des türkischstämmigen Deutschen Dogan Akhanli abgelehnt, der am 19. August während eines Spanien-Urlaubs in Granada aufgrund eines türkischen Haftbefehls festgenommen worden war.

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