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Teheran : Wieder Berichte über Explosionen in Iran

  • Aktualisiert am

Irans Außenminister Sarif (l.) hat wenig mitzuteilen. Bild: Iranian Presidency/dpa

In der Nacht soll es in der iranischen Hauptstadt zu Explosionen gekommen sein. Die gibt es seit Wochen immer wieder – unter anderem in einer Atomanlage. Die Regierung beteiligt sich nicht an Spekulationen.

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          In westlichen Teil der iranischen Hauptstadt Teheran soll es nach Angaben lokaler Medien in der Nacht zu diesem Freitag eine Explosion gegeben haben. In den sozialen Medien berichten Augenzeugen sogar von mehreren Explosionen in den Vierteln Scharak’e Gharb und Garmdareh in Westteheran. Eine der Detonationen sei „besonders laut“ gewesen und daraufhin habe es auch einen Stromausfall gegeben. Eine amtliche Bestätigung seitens der Behörden lag zunächst nicht vor.

          In den vergangenen Wochen kam es in Iran zu mehreren Explosionen. Betroffen waren unter anderem das Militärlager Parchin im Osten Teherans, eine Klinik im Norden der Hauptstadt, eine Werkstatt in der Atomanlage Natans in Zentraliran und zuletzt eine Fabrik in einem Teheraner Vorort, in der zwei Arbeiter ums Leben kamen.

          Ursache von Brand in Atomanlage wird weiter untersucht

          Bei den Explosionen in Parchin und Natans gab es auch Spekulationen über ausländische Sabotageakte, die allerdings nicht belegt werden konnten. Man untersuche immer noch die Brandursache in der Atomanlage Natans, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Donnerstagabend. Falls die Experten bei den Ermittlungen zu dem Ergebnis kommen sollten, dass ausländische Sabotage im Spiel war, werde Iran „auch angemessen reagieren“.

          Eine eventuelle israelische Beteiligung an dem Vorfall wollte Mussawi weder bestätigen noch dementieren. „Die Medien, die diese Explosion in Zusammenhang mit dem zionistischen Regime (Israel) bringen, wollen diesem Regime nur dabei helfen, sein künstliches Image zu verbessern“, sagte Mussawi nach Abgaben der Nachrichtenagentur Isna.

          Der Brand in einer Werkstatt in Natans hat nach Angaben der iranischen Atomorganisation (AEOI) „beachtliche Schäden“ angerichtet. In der vor sieben Jahren gebauten Werkstatt sollten künftig neue Zentrifugen gebaut werden. Bei dem Brand wurden jedoch diverse Geräte beschädigt oder komplett zerstört.

          Die Regierung machte einige widersprüchliche Angaben zu dem Vorfall. Am Anfang war noch von begrenzten Schäden die Rede, dann aber wurden daraus „beachtliche“ Schäden. Auch wurde behauptet, dass die Ursache des Vorfalls feststehe, die aber aus sicherheitstechnischen Erwägungen noch nicht bekanntgeben werden sollen.

          Es gab diverse Spekulationen in den Medien über die Explosion. Da in der Anlage in Natans sowohl Uran angereichert als auch neue Zentrifugen gebaut und getestet werden, war die Rede von einer ausländischen Cyberattacke oder einer Explosion bei den Tests der neuen Zentrifugen.

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