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Virologie und Corona : Das Gefährliche noch gefährlicher machen

Labormitarbeiter im Wuhan Institute of Virology bei der Arbeit (Archivbild) Bild: EPA-EFE

Im Zuge von Corona gerät eine umstrittene Sparte der Virologie in den Blick. Die „Gain-of-function“-Forschung war in den Vereinigten Staaten zeitweise verboten – gibt es einen Zusammenhang zur gegenwärtigen Pandemie?

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          Eigentlich sollte es um das „China-Virus“ gehen, genauer gesagt, um das, was im Wuhan Institute for Virology geschieht. Doch weil aus chinesischen Behörden und Wissenschaftlern nichts mehr herauszukriegen ist, liegt der Ball im „Lab-Leak“-Skandal um den Ursprung des SARS-CoV-2-Virus plötzlich im eigenen Feld. Die amerikanische Opposition wie die Regierung müssen erleben, wie die größten nationalen Gesundheitsforschungsinstitute und damit einige der weltweit führenden virologischen Labore der Welt bei Populisten und in der Fernseh- und Twitter-Öffentlichkeit in Ungnade fallen.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Der Furor macht sich an dem Begriff „Gain-of-function“ fest. Er beschreibt eine in der Virologie geprägte, ethisch umstrittene Forschungsrichtung, bei der es darum geht, die genetische Zusammensetzung von Erregern gezielt zu verändern und damit mehr über deren Gefährlichkeit im Hinblick auf Übertragbarkeit und die krankmachenden Eigenschaften sowie deren möglicher Bekämpfung herauszufinden. Nach den Bioterrorangriffen der Nuller Jahre und der Schweinegrippen-Pandemie stand sie speziell in den Vereinigten Staaten hoch im Kurs.

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