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Konflikt mit Iran : Teherans Schattenreich

Teil einer Schattenarmee: Kämpfer der schiitischer Milizen Bild: AFP

Revolutionswächter in Teheran bauen immer weiter große Armeen schiitischer Milizen auf. Die Vereinigten Staaten befürchten mögliche Angriffe des Regimes im Nahen Osten und schlagen Alarm.

          6 Min.

          Seit Wochen ertönen aus Washington Warnungen, iranische Kräfte oder bewaffnete Stellvertreter könnten zur Tat schreiten. Tatsächlich haben die Revolutionswächter in Teheran eine gewaltige Schattenarmee schiitischer Milizen aufgebaut – in langer, geduldiger Arbeit und in so skrupelloser wie raffinierter Weise. Die Fäden laufen bei Qassem Soleimani zusammen, dem Kommandeur der Quds-Brigaden – einer Eliteeinheit in den Reihen der Revolutionswächter, die für Auslandoperationen zuständig ist. Die Tentakel reichen in zahlreiche Länder der Region. Hardliner des Regimes in Teheran tönen, Iran kontrolliere über seine bewaffneten Vasallen vier arabische Hauptstädte: Bagdad im Irak, Beirut im Libanon, Damaskus in Syrien und Sanaa im Jemen. Die Milizen sind Staaten im Staat, sie ziehen als schiitische Internationale für Teheran in die Schlacht und stärken den Herrschaftsanspruch des iranischen Obersten Führers. Ihre Anführer statten einander wie Regierungsvertreter grenzüberschreitende Besuche ab und erörtern geopolitische Fragen.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Der Irak ist eines der Länder, in dem der iranische Einfluss am größten ist. Das schiitische Regime im Nachbarland kann sich hier auf mehrere schwerbewaffnete und brutale Milizen stützen, die dem Obersten Führer Ali Chamenei treu ergeben sind. Es herrschen zwar berechtigte Zweifel, dass diese Brigaden ein Interesse daran haben, den amerikanisch-iranischen Machtkampf tatsächlich mit Waffengewalt auf dem Boden ihres Heimatlandes auszutragen. Aber Loyalität zu Chamenei ist ebenso unbestritten wie ihr Hass auf Amerika. In den Hauptquartieren der Brigaden hängen Porträts der iranischen Revolutionsführer, nicht der irakischen Präsidenten oder Ministerpräsidenten.

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