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Nordkoreanische Flüchtlinge : „Alles ist so fremd hier“

Choi Song-juk stammt ursprünglich aus der Provinz Yanggang und lebt seit 2016 in Seoul. Sie arbeitet auf dem Bau. Bild: Friederike Böge

Die Flucht in den Süden bedeutet für Nordkoreaner nicht unbedingt, dass danach alles besser ist. Die neue Welt verlangt viel Anpassungsvermögen. Wie arrangieren sie sich?

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          Man hätte erwarten können, dass Choi Song-juk ihrer Tochter unendlich dankbar wäre. Dafür, dass sie ihre Mutter und ihren Bruder aus Nordkorea herausgeholt hat. Dafür, dass sie viel Geld beiseitegelegt hat, um einen Schleuser zu bezahlen, der die beiden sicher nach Südkorea brachte. Aber so war es nicht. „Ich und mein Sohn haben sie gehasst“, sagt Choi. „Ich konnte ihr nicht verzeihen, dass sie uns hierhergebracht hat. Ich habe sie beschimpft, dass sie unser Land verraten hat.“

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die Geschichte, die Choi, eine 41 Jahre alte Bauarbeiterin, erzählt, klingt fast zu abenteuerlich, um wahr zu sein. Doch sie trägt sie mit so viel Offenheit und Detailliebe vor, dass man gar nicht anders kann, als ihr zu glauben.

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