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Entlang der Flüchtlingsrouten : Die Einzäunung des Balkans

Bauarbeiten in der Nähe des Dorfes Tabanovce am Wochenende Bild: AFP

Griechenland baute als erstes einen Grenzzaun gegen illegale Migration. Es folgten Bulgarien, Ungarn und Nordmazedonien. Nun schotten sich auch die Serben ab.

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          Das erste Mal habe er im Frühjahr von der Sache gehört, sagt Shqiprim Arifi. „Wir wurden im März über Kontakte, die wir zu den Behörden in Belgrad pflegen, inoffiziell darüber informiert, dass in Absprache mit der Europäischen Union hier ein Grenzzaun gebaut werden soll“, berichtet der Bürgermeister der Kleinstadt Preševo, die auf Albanisch Presheva heißt. Der im Grenzgebiet zu Nordmazedonien und dem Kosovo gelegene Ort gehört zu Serbien, doch sind mehr als 90 Prozent der Einwohner Albaner.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Ihr Bürgermeister auch, allerdings mit Migrationshintergrund: Arifi wurde 1976 in Mannheim geboren und wuchs dort auf, bevor er sich im Jahr 2013 erfüllte, was er einen „Kindheitstraum“ nennt: Mit seiner Familie wanderte er in den Ort aus, aus dem eine Generation zuvor seine Eltern nach Deutschland emigriert waren. In Preševo gewann der gelernte Logistiker, der in Deutschland einen mittelständischen Betrieb geführt hatte, rasch an Ansehen. Seit gut drei Jahren ist er nun schon Bürgermeister – und hat eine große Sorge: Gleichsam durch den Hinterhof der Stadt wird ein Zaun gebaut, mitten durch ein Gebiet, in dem seit Jahrhunderten Albaner leben.

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