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Parteitag der Konservativen : Wie sich Boris Johnson als Windkraftpionier inszeniert

Viel Wind: Boris Johnson setzt besonders auf die eine Art der erneuerbaren Energie. Bild: dpa

Auf dem Parteitag der Konservativen hielt sich der britische Premierminister nicht mit der Corona-Krise und ihren negativen Folgen auf. Stattdessen präsentierte sich der einstige Windkraftgegner als Visionär der Windenergie.

          3 Min.

          Als die Konservative Partei Anfang des Jahres ihren Parteitag in Birmingham plante, dachte sie an eine Krönungsfeier. Boris Johnson hatte gerade die Parlamentswahlen mit einer historischen Mehrheit gewonnen, und es würde das erste Mal sein, dass er vor dem versammelten, jubelnden Parteivolk auftritt. Dann kam Corona, und die Gleichung ging aus mehreren Gründen nicht mehr auf. Nicht nur gehören Großveranstaltungen seither der Vergangenheit an. Die Pandemie legte auch Johnsons politische Agenda auf Eis, und das erzwungene Seuchenmanagement brachte nicht eben die Stärken des Premierministers zum Vorschein. So sprach Johnson am Dienstag aus der digitalen Konservendose zu einer Partei, in deren Gunst er auf einen Tiefstand gefallen ist.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Die Begleitumstände der Rede ließen sich ungünstiger kaum vorstellen. Wie schon während der „Ersten Welle“ der Corona-Infektionen ist die Lage im Königreich angespannter als andernorts. Mit mehr als 12.000 Infektionen am Tag – Tendenz weiter steigend – ist die Nation auf dem besten Weg, sich abermals an die traurige Spitze in Europa vorzuarbeiten. Zu Beginn des virtuellen Parteitags wurde bekannt, dass ein „technischer Fehler“ tagelang zu niedrige Zahlen produziert hatte. Die Behörden mussten plötzlich 16.000 Fälle nachtragen, so dass die Infektionszahl am Sonntag kurzzeitig bei horrenden 23.000 lag.

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