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Impfunwillige in Serbien : Wo es Geld für die Corona-Impfung gibt

Die populäre serbische Sängerin Jelena Karleusa, vormals Impf-Kritikerin, bei einem Impftermin in einem Einkaufszentrum in Belgrad am Donnerstag Bild: AP

Serbien hat eine Reihe von Maßnahmen gegen Impfverweigerer beschlossen. Junge Menschen sollen von Popstars und Prämien gelockt werden. Und Staatsbediensteten drohen im Krankheitsfall heftige Sanktionen.

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          Die serbische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die Impfquote des Landes durch eine Mischung aus Anreizen und Sanktionen zu heben. Serbien war auf dem europäischen Kontinent zu Jahresbeginn lange Zeit Spitzenreiter bei der Impfgeschwindigkeit: Abgesehen von Großbritannien wurden im ersten Quartal des laufenden Jahres gemessen an der Bevölkerungsgröße nirgends in Europa mehr Menschen geimpft als in dem Balkanstaat von sieben Millionen Einwohnern. Dabei kamen neben den westlichen Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und AstraZeneca schon seit Dezember 2019 auch das russische Vakzin Sputnik V sowie ein Wirkstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm massenhaft zum Einsatz.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Auch mehrere zehntausend Impfwillige Ausländer, vor allem aus den Nachbarstaaten Bosnien-Hercegovina, Nordmazedonien und dem Kosovo, wurden kostenlos geimpft. Laut neuesten Angaben wurden in Serbien bisher fast 3,7 Millionen Dosen an Einheimische verimpft. Doch schon vor Wochen herrschte in der serbischen Regierung Sorge, dass bald ein Punkt erreicht sei, an dem es ein Überangebot an Impfstoffen und zugleich immer noch zu wenige Geimpfte zum Erreichen einer Herdenimmunität geben werde. Denn in Serbien gibt es eine hohe Zahl an Impfunwilligen. Ob das auch an den staatlich gelenkten Medien liegt, die über Jahre hinweg allerlei Verschwörungstheorien verbreitet und gefördert hatten, lässt sich nicht eindeutig nachweisen, wäre aber plausibel.

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