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Konflikt am Balkan : Wie Serbien mit China, Russland und der NATO kooperiert

Konfliktgebiet: Ein amerikanischer NATO-Soldat patrouilliert neben einer von ethnischen Serben errichteten Straßenbarrikade in der Nähe der Stadt Zubin Potok. Bild: AFP

Mit Waffen aus China und Russland rüstet Serbien seit Jahren massiv auf. Zugleich kooperiert das Land eng mit der NATO – vor allem im Kosovo, an dessen Grenze es jetzt rumort.

          7 Min.

          Am 9. April dieses Jahres bot sich auf dem Belgrader Flughafen ein ungewöhnliches Bild: Sechs Transportflugzeuge des chinesischen Militärs, die noch nie in Europa gesichtet worden waren, landeten in Serbiens Hauptstadt. Ihre Fracht: Ein chinesisches Flugabwehrsystem vom Typ FK-3. In der Fachwelt gilt es als Adaption des russischen S-300-Systems. Wenige Tage zuvor hatte Serbiens Staats- und Regierungsparteichef Aleksandar Vučić orakelt, bald werde er „den neuen Stolz der serbischen Armee“ präsentieren, ein Waffensystem, das „die Kampfkraft unserer Streitkräfte dramatisch steigern wird.“

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Serbien ist der einzige europäische Staat, der das chinesische System nutzt. Entsprechend unwirsch fielen die Reaktionen in der EU aus, deren Beitrittskandidat das Balkanland zumindest auf dem Papier noch ist. Die Bundesregierung teilte mit, sie erwarte von allen Beitrittskandidaten, „dass sie sich der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU anschließen und auch so der EU zunehmend annähern.“ Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking kommentierte Einwände mit der Bemerkung, die Lieferung sei Teil des regulären chinesisch-serbischen Kooperationsplans. Schon zuvor hatte Belgrad chinesische Kampfdrohnen gekauft. Lieferungen aus China sind ein wichtiger Bestandteil der von Serbien seit einigen Jahren betriebenen erheblichen Aufrüstung.

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