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Betrug in großem Stil : Wie Russlands Machtpartei sich den Wahlsieg sicherte

Wahlhelfer bei der Duma-Wahl am Sonntag in Moskau Bild: Reuters

Eine Gruppe russischer Statistiker hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wahlergebnisse auf Betrug zu untersuchen. In diesem Jahr sieht sie einen Rekord: Die Hälfte der Stimmen für Einiges Russland in der Duma-Wahl sei gefälscht.

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          Russland, stolzer Erbe der Sowjetunion, ist gesegnet mit guten Mathematikern und Physikern. In der Corona-Pandemie zeigen die Berechnungen unabhängiger Statistiker, die anhand offizieller Sterblichkeitsdaten auf die wirklichen Totenzahlen schließen, ein Bild, das die Machthaber Lügen straft. So ist es auch mit Wahlen: Fachleute wie der Moskauer Physiker Sergej Schpilkin nehmen sich die offiziellen Ergebnisse vor, um das Ausmaß der Fälschungen zu schätzen. Dafür vergleichen sie für einen Großteil, besser noch für jedes der fast 100.000 Wahllokale in Russland und auf der annektierten ukrainischen Krim jeweils die Wahlbeteiligung mit dem Ergebnis der Machtpartei Einiges Russland.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Ihre Grundannahme ist, dass in den meisten Wahllokalen nicht gefälscht wird. In der Grafik entsteht aus Zigtausenden Punkten eine Ballung, ein „Kern“ im Mittelfeld der Grafik – mit häufigen Ergebnissen wie etwa 30 Prozent für Einiges Russland bei 40 Prozent Beteiligung – und eine hellere, aber deutliche „Wolke“, die sich nach rechts oben zieht. Deren Punkte stehen für Wahllokale, in denen Einiges Russland ungewöhnlich hohe Ergebnisse erzielt, wie 80 Prozent bei 90 Prozent Beteiligung. Solche Ergebnisse gelten den Analysten als Anomalien und Anzeichen für Fälschungen, da auch bei hoher Beteiligung Zustimmungswerte wie jene des „Kerns“ zu erwarten seien.

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