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Wirtschaftsminister Georgiadis : „Die griechische Gesellschaft ist gereift“

Der griechische Politiker und stellvertretende Vorsitzende der liberal-konservativen Partei Nea Dimokratia Adonis Georgiadis (links) mit dem Vorsitzenden Kyriakos Mitsotakis (rechts). Bild: Picture-Alliance

Der griechische Wirtschaftsminister besucht Deutschland. Bekannt wurde er mit der Präsentation von Geschichtsbüchern in einem rechten Fernsehkanal. Dann profilierte sich Adonis Georgiadis als Reformer.

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          Ein ganz neuer, schillernder und entschlossener Typus von griechischem Minister ist von diesem Donnerstag an bei seinem Berliner Kollegen, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), zu Gast. Bisher waren die „Minister für wirtschaftliche Entwicklung“ aus Athen von einem anderen Schlag. Von der früheren konservativen Regierung kam bis vor fünf Jahren ein Minister, der am ehesten als braver Leutnant und ausführendes Organ der Partei beschrieben werden konnte. Auf ihn folgte mit der Linksregierung von Syriza ein persönlich wohlhabender Politiker, der als Programm staatswirtschaftliche und linke Ideen propagierte, aber in der Praxis immer wieder wie gelähmt wirkte.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Der 47 Jahre alte Adonis Georgiadis will nun für Griechenland verlorene Zeit bei der Privatisierung und der Werbung neuer Investoren aufholen. Dafür gebe es nun endlich „fantastische“ Voraussetzungen, sagt Georgiadis gegenüber der F.A.Z. „Es ist nun viel einfacher, ein Reformer zu sein, weil die griechische Gesellschaft gereift ist.“ Undenkbar sei noch vor wenigen Jahren gewesen, was er vor wenigen Tagen erlebt habe: Zum Anlass der Übernahme einer Werft durch amerikanische Investoren hätten auch Gewerkschaftsvertreter an einer Veranstaltung mitgewirkt und in ihren Reden ausdrücklich dem Investor und dem amerikanischen Botschafter gedankt. „Die Griechen wissen nun, dass es nur den Weg nach vorne gibt, und sie wollen, dass wir dort schnell vorankommen.“

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