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Sputnik V und die EU : „Instrument eines hybriden Krieges“

Eine Packung Sputnik-V-Impfdosen im Medizinischen Zentrum der Universität im ungarischen Szeged am 9. März Bild: EPA

Moskau nutzt aus, dass die EU bei der Impfstoffbeschaffung uneins ist und versucht, das Bündnis mit seinem Vakzin zu spalten. Die AfD macht sich zum willigen Partner der russischen Agenda.

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          Zwar hat Russlands Präsident Wladimir Putin dazu aufgerufen, den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Suche nach Impfstoffen „nicht zu politisieren“. Doch gerade setzt Moskau seinen Impfstoff Sputnik V in der EU zu politischen Zwecken ein, mit Hilfe williger Partner. Wieder weilt eine Delegation von AfD-Bundestagsabgeordneten in Moskau: Die Ko-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, der Obmann der Partei im Auswärtigen Ausschuss, Petr Bystron, und der Vorsitzende der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Robby Schlund, wollen unter anderem das Gamaleja-Institut besuchen, das Sputnik V entwickelt hat.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.
          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Im Umgang mit der Pandemie hat Russland im vergangenen Juni vorgemacht, was die AfD für Deutschland fordert: eine sofortige Beendigung des Lockdowns. In Moskaus Restaurants und Einkaufszentren können die Gäste Normalität genießen. Sie verbirgt, dass in Russland trotz Jubelmeldungen für vaterländische Vakzine offiziell erst dreieinhalb Prozent der Bevölkerung mindestens die erste Dosis eines Impfstoffs erhalten haben; im EU-Durchschnitt sind es siebeneinhalb Prozent.

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