https://www.faz.net/-gpf-9ifwt

Nachfolge für Großbritannien : Wie Merkel im Lichte des Brexits um Spanien wirbt

Im August 2018 wird Angela Merkel vom spanischen Ministerpräsidenten, Pedro Sánchez, in Sevilla empfangen. Bild: dpa

Deutschland sähe Spanien gerne als Teil des „harten Kerns“ einer verkleinerten EU: Mit Ministerpräsident Pedro Sánchez amtiert dafür der richtige Mann auf der Iberischen Halbinsel – doch seine Macht ist begrenzt.

          4 Min.

          Bei seinem Appell erlegte sich Außenminister Heiko Maas keine diplomatische Zurückhaltung auf. Deutschland und Europa brauchen „mehr Spanien“, sagte er im Dezember während eines Besuchs in Madrid. Die Bundesregierung wirbt um die viertgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone, die angesichts des bevorstehenden Brexits Teil des harten Kerns der EU werden soll. Das gewachsene Interesse in Berlin an Madrid hat nicht nur mit dem EU-Austritt Großbritanniens zu tun. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat innenpolitisch zu kämpfen, in Italien regiert eine erratische panpopulistische Koalition.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Deutschland verstärkt deshalb seine Kontakte auf die Iberische Halbinsel: Im Oktober war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Spanien, im August besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel Ministerpräsident Pedro Sánchez in seinem Feriendomizil im Doñana-Nationalpark. In kurzer Zeit hat der Chef der sozialistischen Minderheitsregierung gute Beziehungen zur deutschen Bundeskanzlerin geknüpft. Anders als sein konservativer Vorgänger Mariano Rajoy ist Sánchez außenpolitisch aktiver – auch wenn er im November in Brüssel das Brexit-Abkommen der EU fast am Streit über Gibraltar scheitern ließ.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          
              Will eine Impfpflicht einführen: Olaf Scholz kommt zum Bund-Länder-Treffen im Bundeskanzleramt an

          Corona-Politik : SPD und Union gehen getrennte Wege

          Noch regiert die große Koalition. Bei den Verhandlungen über neue Corona-Maßnahmen zeigen beide Partner den Willen zu einer allgemeinen Impfpflicht. Doch es wird auch klar, dass sie sich in Kürze trennen.
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Ein Kinderspiel sind die aktuellen Fragen rund ums Impfen nicht mehr.

          Pandemie-Bekämpfung : Die Impfpflicht ist das kleinere Übel

          Arbeitgeber und Industrie wollen lieber impfen als in den Lockdown. Sie sind schon jetzt von Lieferengpässen enorm gebeutelt. Eine Impfpflicht wäre billiger umzusetzen und leichter zu kontrollieren.