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Aus Belarus nach Litauen : „Die Migranten sind hier nicht erwünscht“

  • -Aktualisiert am

Litauen als Ziel oder Zwischenstation? Migranten in einer provisorischen Unterkunft in der Nähe der Grenze zu Belarus im Juli Bild: Vidmantas Balkunas

Der belarussische Diktator Lukaschenko lässt Hunderte Migranten nach Litauen ziehen, das EU-Land gerät an seine Grenzen. Viele Ortschaften wollen keine Menschen unterbringen. Ein Besuch im Grenzgebiet.

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          Bei Kapčiamiestis, einem Dorf in der Nähe des litauisch-polnisch-belarussischen Dreiländerecks, liegt tief im Wald ein umzäuntes Gelände: ein Posten des litauischen Grenzschutzes. Ein zweistöckiges Gebäude, Garagen und Gerät, ein Funkmast. Links davon eine Reihe großer Zelte in Olivgrün: Hier leben seit einigen Wochen Migranten, die aus Belarus gekommen sind, inzwischen siebzig an der Zahl, hauptsächlich Iraker. Die Grenze zu Belarus ist nur einige hundert Meter entfernt, und an dieser EU-Außengrenze entfaltet sich seit einigen Wochen eine Krise, die Litauen an seine Grenzen bringt.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          „Das schlimmste Szenario wären 40.000 Migranten“, sagt Rustamas Liubajevas, der Chef des litauischen Grenzschutzes. „Wir müssen darauf vorbereitet sein.“ Seine Behörde plant gerade die Anschaffung von bis zu zehntausend Wohncontainern, um alle Menschen unterzubringen, die in Litauen ankommen. Allein das könnte das Land mit seinen drei Millionen Einwohnern etwa 200 Millionen Euro kosten.

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