https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wie-jamal-khashoggi-am-2-oktober-2018-getoetet-wurde-17219273.html

Mit der Knochensäge eingereist : Wie Jamal Khashoggi getötet wurde

Der Tatort: Ein Mitarbeiter öffnet im Oktober 2018 die Tür des saudischen Konsulats in Istanbul. Bild: EPA

Die CIA ist sich sicher: Der Auftraggeber des Mords am saudi-arabischen Regimekritiker Jamal Khashoggi war Kronprinz Muhammad Bin Salman. Die Chronik einer Kommandoaktion.

          4 Min.

          Nun ist geschehen: Wie der amerikanische Präsident Joe Biden am Donnerstag in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman angedeutet hatte, veröffentlichte die CIA am Freitag einen Bericht, den Präsident Donald Trump noch zurückgehalten hatte. In ihm heißt es, der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman habe die Operation, den regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi gefangen zu nehmen oder zu töten, genehmigt: „Der Kronprinz sah Khashoggi als Bedrohung für das Königreich an und unterstützte grundsätzlich wenn nötig gewaltsame Mittel, um ihn zum Schweigen zu bringen.“

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Als Muhammad Bin Salman im Juni 2017 Kronprinz geworden war, muss er rasch aus den Reihen seiner Leibgarde eine Eliteeinheit zusammengestellt haben. Diese „Tigertruppe“ hatte den Auftrag, Dissidenten und Feinde des machtbewussten Kronprinzen ins Fadenkreuz zu nehmen, sie zur Rückkehr nach Saudi-Arabien zu zwingen oder gegebenenfalls zu liquidieren. Ihr sollen 50 Elitesoldaten angehört haben. Aus diesem Kreis wurden mutmaßlich die 15 Personen zusammengestellt, die am 2. Oktober 2018 den prominentesten Kritiker des Kronprinzen, Jamal Khashoggi, aus dem Weg zu räumen hatten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Ein russischer Raketenwerfer im September in der Region Donezk

          Moskaus Heer in der Ukraine : Die russische Kampfkraft schwindet

          Die russischen Streitkräfte haben schwere Verluste erlitten. Mit der von Putin verkündeten Teilmobilmachung können personelle Lücken gefüllt werden. Bei der Ausrüstung ist das schwieriger.
          Wenn schon sterben, dann mit Musik, lautet eine alte russische Soldatenredensart: Mobilisierte in einer Rekrutierungsstelle im südrussischen Bataisk

          Russland macht mobil : Das große Völkerbegräbnis

          Russland rekrutiert Zivilisten für den Ukrainekrieg. Die entlegenen und verarmten Regionen trifft es besonders hart. Die hochgerüsteten Ordnungshüter gehen brutal gegen Unwillige vor, doch dann werden die Soldaten oft unterversorgt an die Front geschickt. Ein Gastbeitrag.
          Russlands Präsident Wladimir Putin verliert an Rückhalt.

          Fachmann im Interview : „Er sagt sich: Wer braucht eine Welt ohne Putin?“

          Die wichtigste Methode Putins war bisher die Demobilisierung des eigenen Volks. Jetzt setzt er auf Mobilisierung. „Das ist ein absolut neues Experiment“, sagt der Moskauer Sozialwissenschaftler Grigorij Judin im Interview.