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Verordnete Heimatliebe : Wie Hongkongs Schüler indoktriniert werden sollen

Kinder in Hongkong schwenken im Jahr 2014 die Flaggen Hongkongs und Chinas. Künftig sollen sie sich voll auf China fokussieren. Bild: AFP

Hongkongs Grundschüler sollen künftig im Unterricht vor dem Ausland gewarnt werden und China lieben lernen. Es gibt auch schon Stimmen, dass Klassenzimmer mit Kameras überwacht werden sollten. Dabei haben es Lehrer jetzt schon schwer.

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          Grundschulen in Hongkong sollen ihren Schülern künftig schon von der ersten Klasse an erklären, dass eine geheime Zusammenarbeit mit dem Ausland die nationale Sicherheit gefährden kann. Die Hongkonger Bildungsbehörde veröffentlichte am Freitag entsprechende Comics, in dem eine Eule vor Terrorismus, Untergrabung der Staatsgewalt, Sezession und dem Gebaren ausländischer Mächte warnt. Kinder in den Klassenstufen eins bis drei sollen zudem lernen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn die chinesische Nationalflagge gehisst wird. Sie sollen die Hymne auswendig lernen und erklärt bekommen, dass Soldaten zu ihrem Schutz da sind.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die neuen Bildungsinhalte sind Teil einer Lehrplanreform, die zum Ziel hat, „den Schutz der nationalen Sicherheit“ als Querschnittsthema in unterschiedlichen Fächern zu verankern. Die Hongkonger Behörde kommt damit einer Vorgabe aus dem „Sicherheitsgesetz“ nach, das im vergangenen Juni in Kraft getreten ist. Damals hatte die Regierung versichert, dass sich das Gesetz gegen einige „wenige“ radikale Kräfte richte. Die neuen Lehrpläne zeigen nun, dass es vielmehr ein Instrument für eine grundlegende gesellschaftliche Transformation ist.

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