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Stichwahl in Polen : Wie Herausforderer Trzaskowski Duda schlagen will

Im ganzen Land unterwegs: Trzaskowski am Montag in Breslau. Bild: Imago

Am Sonntag findet in Polen die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Rafal Trzaskowski ist ein später Überraschungskandidat gewesen. Doch es gelingt dem Liberalen, auch PiS-Themen aufzunehmen.

          5 Min.

          Rafal Trzaskowski ist im „Kampfmodus“. So hat der Bürgermeister der polnischen Hauptstadt Warschau seine derzeitige Stimmung beschrieben. Auch viele Wähler sind vor der Stichwahl um das Präsidentenamt am Sonntag in diesem Modus. So sehr, dass es auf Wahlveranstaltungen immer wieder zu Handgreiflichkeiten kommt. Trzaskowski reist unermüdlich durchs Land, von Kleinstadt zu Kleinstadt, ebenso wie sein mit 48 Jahren gleichaltriger Rivale, der Amtsinhaber Andrzej Duda. Trzaskowski tritt bei sommerlichen Temperaturen im präsidialen weißen Hemd ohne Anzug vor die Menge; wenn es regnet, hält er selbst den Regenschirm.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Fast so überzeugend wie Duda vermag es der Herausforderer, sich in Rage zu reden. Diese Wahl ist eine Schicksalswahl für Polen, beide Kandidaten werden nicht müde, das hervorzuheben. Recht haben sie: In Polen ist der auf fünf Jahre bestimmte Präsident ein Eckstein im Staatsgebäude; in seiner Machtfülle ist er dem französischen Staatsoberhaupt näher als dem deutschen. Keiner der Präsidenten, die seit 1990, beginnend mit Lech Walesa, gewählt wurden, ist vorzeitig aus dem Amt entfernt worden; andererseits hat es aber auch nur einer, der Sozialdemokrat Aleksander Kwasniewski, geschafft, von den Stimmbürgern für eine zweite Amtszeit bestätigt zu werden. Der Nationalkonservative Duda will diesen Erfolg wiederholen – der Liberale Trzaskowski will das verhindern.

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