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London und Hongkong : Wo ist Britanniens neue Größe?

  • -Aktualisiert am

Auf verlorenem Posten? Prodemokratische Demonstranten in Hongkong Bild: dpa

Nach dem Austritt aus der EU werde Großbritannien auf der Weltbühne wieder wahrgenommen, sagten die Brexit-Befürworter. Jetzt bricht China einen Vertrag mit London – und ist nicht sehr beeindruckt von der neuen „Größe“ Britanniens.

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          Neue Freiheit, neue alte Größe. Nach der Logik derjenigen, die den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union betrieben haben, sollte das die logische Folge des Brexits sein. Nun hat London also seinen Willen bekommen. Es ist nicht mehr Mitglied der EU. Aber wie steht es um die Größe?

          Eine Probe aufs Exempel wäre theoretisch die Situation in und um Hongkong, wo die Volksrepublik China gerade dabei ist, einen mit Großbritannien geschlossenen Vertrag zu brechen. Das dort festgeschriebene Prinzip „Ein Land – zwei Systeme“ wird für Hongkong abgeschafft.

          Das chinesische Vorgehen wird in Großbritannien logischerweise durchaus kritisch gesehen. Aber: Was wird wohl passieren, wenn die Londoner Regierung in Peking gegen den beabsichtigten Vertragsbruch protestiert? Der Vertreter Großbritanniens wird zu hören bekommen, dass sich China jegliche Einmischung in (angeblich) innere Angelegenheiten verbittet. Und ehemalige Kolonialmächte hätten der Volksrepublik schon gar keine Vorschriften zu machen.

          Nach der Logik der Brexiteers müsste die Reaktion Pekings eigentlich anders ausfallen. Es wird nicht die letzte Illusion im Zusammenhang mit der neu gewonnenen Freiheit Großbritanniens sein, die den Realitätstest nicht besteht. Aber das wird diejenigen nicht kümmern, die unverdrossen meinen, sie kämen allein auf der Weltbühne besser zurecht als im Verbund der europäischen Demokratien.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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