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Präsidentenwahl : Wie Erdogan versucht, seine Macht auf Nordzypern auszuweiten

Mustafa Akinci spricht vor seinem Wahllokal mit Journalisten Bild: AFP

Recep Tayyip Erdogan unterstützte bei der Präsidentenwahl im türkisch besiedelten Teil Zyperns den Gegenkandidaten des Amtsinhabers. Von Ersin Tatar erwartet er sich größere Folgsamkeit. Nun kommt es zur Stichwahl.

          4 Min.

          Mustafa Akinci nennt sich Präsident, aber eigentlich ist er keiner. Zumindest gibt es nur einen Staat, von dem der erste Repräsentant der türkischen Volksgruppe auf Zypern als Präsident anerkannt wird, und das ist die Türkei. Sie ist bis heute das einzige Land, das diplomatische Beziehungen zu der 1983 ausgerufenen „Türkischen Republik Nordzypern“ unterhält – einem Quasistaat von Ankaras Gnaden mit etwa 300.000 Einwohnern. Seit Akinci die nordzyprische Präsidentenwahl 2015 gewann, ist er deshalb für die Türkei Staatsoberhaupt Nordzyperns, für den Rest der Welt dagegen nur der wichtigste Volksgruppenführer auf einer seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Doch obwohl die Existenz des De-facto-Kleinstaats von türkischer Wirtschaftshilfe und den im Norden stationierten Streitkräften der Türkei abhängt, ist Akinci kein Vasall Ankaras. Der 1947 in Limassol geborene Politiker achtet im Gegenteil sehr auf politische Eigenständigkeit. Er legt Wert darauf, ein türkischer Zyprer zu sein und nicht etwa ein zyprischer Türke.

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