https://www.faz.net/-gpf-a21pd

Schleichende Expansion : Erdogan und die „fehlenden Gebiete“ der Türkei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (in der Mitte ohne Maske) während des muslimischen Gebets in der Hagia Sophia am 24. Juli Bild: AFP

Der türkische Präsident stellt immer offener das Abkommen infrage, durch das die Türkei 1923 ihre heutigen Grenzen erhielt. Das Land wollte damals mehr. In manchen dieser Gebiete steht schon die türkische Armee.

          3 Min.

          Die Türkei greift immer weiter auf ihre Nachbarländer aus. Auf einer Länge von mehr als 500 Kilometern stehen türkische Soldaten jenseits der Grenze in Syrien. Im Nordirak unterhält die Türkei zwei Militärstützpunkte, Kampfflugzeuge und Bodentruppen sind in jüngster Zeit mehr als hundert Kilometer tief in den Irak vorgedrungen. Und türkische Forschungsschiffe haben in jüngster Zeit die Suche nach Erdgas in Teilen des östlichen Mittelmeers aufgenommen, die außerhalb der türkischen Hoheitsgewässer liegen. Um seine Ansprüche zu unterstreichen, ließ Ankara Kriegsschiffe in die umstrittenen Gebiete fahren.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Der türkische Präsident Tayyip Erdogan stellt mit solchen Provokationen den Friedensvertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 infrage, durch den die heutigen Grenzen der Türkei festgelegt worden sind. Das Abkommen hat die Gründung der Republik Türkei ermöglicht, aber nicht mit allen Gebieten, die die türkischen Unabhängigkeitskämpfer gewollt hatten.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Astra-Zeneca-Ablehnung : Zweifel macht wählerisch

          Der Astra-Zeneca-Impfstoff wird für Menschen über 60 empfohlen. Doch die wollen ihn oft nicht haben und bemühen sich lieber um Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Haben die Jüngeren deshalb das Nachsehen?