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Gewalt im Sudan : Massenmörder an der Macht

Protest im Sudan: Die Bevölkerung fordert eine Machtübergabe der Milizen an eine zivile Regierung. Bild: dpa

Man hoffte auf Besserung nach dem Sturz des islamistischen Diktators Omar al Baschir im Sudan. Doch jetzt tyrannisieren die Djandjawid-Milizen die Bevölkerung der Hauptstadt Khartum.

          4 Min.

          Was mit einem Volksaufstand gegen den Islamisten Omar al Baschir hoffnungsvoll begann, hat sich in einen Albtraum verwandelt. Seit dem Sturz des sudanesischen Diktators am Anfang April haben jene Djandjawid-Milizen die Kontrolle über das afrikanische 40-Millionen-Einwohner-Land übernommen, die in Darfur für den Mord an mehreren hunderttausend Menschen verantwortlich sind. Unter dem Namen „Rapid Support Forces“ (RSF) tyrannisieren sie jetzt die Hauptstadt Khartum. Augenzeugen berichten von Plünderungen und Vergewaltigungen, von willkürlichen Erschießungen und Prügelorgien. Etliche Videos, die in sozialen Medien veröffentlicht werden, belegen diese Gewalt an Zivilisten.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Eskaliert war die Situation, als in den frühen Morgenstunden des 3. Juni die Einheiten des Milizenchefs Mohamed Hamdan Daglo den Platz vor dem Militärhauptquartier stürmten und ein Blutbad unter den dort kampierenden Zivilisten anrichteten. Die Gegend war seit dem 6. April von Mitgliedern der Demokratiebewegung besetzt gewesen. Ihre Forderung war die sofortige Übergabe der Macht an eine zivile Regierung. Derzeit liegt diese in der Hand eines Militärrats. Die Zahl der Menschen, die in Khartum seit dem 3. Juni gewaltsam ihr Leben verloren haben, soll sich mittlerweile auf 121 erhöht haben.

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