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Früherer Fußballweltmeister : Maradona, das Maskottchen der Linken

Freund und Feind: Diego Maradona verehrte Hugo Chávez und verspottete George W. Bush. Bild: AFP

Sein Image als Kämpfer von unten machte das Fußball-Idol bei den Linkspopulisten Lateinamerikas beliebt. Diego Maradona war ihnen nützlich – auch wenn sein sehr kapitalistischer Lebensstil nicht recht ins Bild passte.

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          Es gibt wohl nur drei Figuren in der jüngeren argentinischen Geschichte, die einen gottähnlichen Status erworben haben: der frühere Präsident Juan Domingo Perón sowie dessen früh verstorbene Ehefrau „Evita“. Und Diego Maradona. Die jungen Argentinier kennen die Peróns nur aus den Geschichtsbüchern, aus den Überlieferungen ihrer Eltern und wegen des Kultes. Sie sind zu einem Mythos geworden. Der Peronismus dominiert Argentiniens Politik bis heute und gibt vielen Argentiniern ein Lebensgefühl, das sich allerdings kaum definieren lässt.

          Tjerk Brühwiller

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Maradona hingegen war für die heutige Generation aus Fleisch und Blut. Er war der kleine Junge aus dem Armenviertel. Er war fassbar. Umso unfassbarer ist nun sein Tod für die Argentinier. Das einfache Volk hat am Mittwoch einen der Seinen verloren.

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