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Im befreiten Cherson : Verbrannte Erde

Mitten im Park liegt der zerstörte Fernsehturm von Cherson Bild: Oleksandr Magula

Cherson ist wieder frei, aber russische Truppen haben vor ihrem Rückzug alles zerstört, was man zum Leben braucht. Die Einwohner, die geblieben sind, richten sich ein, so gut es geht.

          8 Min.

          Es ist zehn Uhr morgens, und aus der Kirche schallt laute Technomusik. Das Lied handelt von toten Russen, zerstörten Panzern und versenkten Schiffen. Zu hören kriegt das eine Gruppe schweigsamer Rentner, die vor der Kirche Schlange steht. Sie sind gekommen, um ihre Handys aufzuladen, Medikamente und Lebensmittel abzuholen. In der „Kirche zum Schutzmantel der heiligen Muttergottes“ in Cherson wird all jenen geholfen, denen es am Nötigsten fehlt. Neben dem schmucklosen Kirchengebäude aus hellen Kalksandziegeln stapeln sich Hilfsgüter, die Kartons sind vom Nieselregen durchnässt.

          Robert Putzbach
          Redakteur in der Politik

          Keine zwei Wochen ist es her, dass sich die letzten russischen Soldaten aus der zuvor fast neun Monate lang besetzten Stadt Cherson im Süden der Ukraine zurückgezogen haben. Bei ihrem Abzug sprengten die Russen Brücken, Funkmasten und ein Kraftwerk. Fast alle Geschäfte sind geschlossen, viele Straßen menschenleer. Seit dem Abzug schießen die Russen, die nun auf der anderen Seite des Flusses Dnipro stehen, täglich auf die Stadt. Besonders im südlichsten Stadtteil, in dem sich auch die Kirche befindet, gibt es in diesen Tagen viele Einschläge.

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