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Organisation Hizbullah : Ferngesteuerter Hass auf Israel

  • -Aktualisiert am

Propagandashow: Hizbullah-Anhänger verfolgen am Freitag in Beirut die Ansprache ihres Anführers Hassan Nasrallah auf einem Bildschirm. Bild: EPA

Am „Jerusalem-Tag“ beschwört die islamistische Organisation Hizbullah traditionell den Untergang des jüdischen Staates Israel. Doch die Sanktionen gegen ihren Geldgeber Iran bleiben nicht folgenlos.

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          Hassan Nasrallah scheint an diesem Abend gut aufgelegt zu sein. Es ist der letzte Freitag im Fastenmonat Ramadan. „Jerusalem-Tag“. Ein Tag, an dem die Feinde Israels die Vernichtung des jüdischen Staates beschwören. Die Hizbullah, die Nasrallah seit 1992 anführt, steht dabei in vorderster Reihe. Sie begeht diesen Tag unter freiem Himmel in den Dahiye, wie die südlichen Vorstädte Beiruts genannt werden, in denen die aus Iran gelenkte schiitische Organisation herrscht.

          Es ist eine Veranstaltung voll hasserfüllter Folklore. Die Propagandaabteilung hat eine Kulisse gezimmert, die den Felsendom abbildet, der auf dem Tempelberg der Jerusalemer Altstadt steht. Später tragen Kämpfer in Tarnuniformen eine Miniatur des symbolträchtigen Sakralbaus über das Gelände. Es werden Lieder vorgetragen mit Refrainzeilen wie „Tod für Israel“. Junge Männer mit muskulösen und flächendeckend tätowierten Armen, kleine Kinder mit Stirnbändern, Flaggen oder in Pfadfindermontur bedienen die Kameras Hizbullah-treuer Fernsehender mit gestanzten Parolen. Von den Balkonen der umliegenden Mietskasernen hängen Bilder der „Märtyrer“ aus den vergangenen Kriegen.

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