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Coronakrise : Kein „Tschernobyl-Moment“

Fiebermessen am Eingang eines Wohngebietes in Peking Bild: AFP

Chinas Führung kämpft gegen unliebsame Informationen über das Coronavirus. Jetzt hat Staatschef Xi gesprochen. Das zeigt, dass die Lage ernst ist. Problem: Wenn Xi im Spiel ist, muss alles besser werden – zumindest offiziell.

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          Rund 170.000 Kader im ganzen Land lauschten am Sonntag live den Anweisungen von Xi Jinping zur Bekämpfung des Sars-CoV-2-Virus. „Dies ist eine Krise und ein großer Test für uns“, sagte der Staats- und Parteichef, der ihnen per Videokonferenz zugeschaltet war. „Die Covid-19-Epidemie wird Chinas Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung unvermeidlicherweise großen Schaden zufügen.“

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Dabei ging es Xi nicht nur darum, das Land auf Entbehrungen einzuschwören. Die virtuelle Versammlung diente auch dazu, ihn als Feldherren im „Volkskrieg“ gegen eine globale Bedrohung zu inszenieren und zu unterstreichen, dass das von ihm geformte politische System bestens geeignet sei, diese Herausforderung zu meistern. In den Worten der Parteizeitung „Global Times“: „Es hat noch nie ein Land oder eine Partei mit der Fähigkeit und Motivation gegeben, solch eine massive Versammlung abzuhalten, in der die Instruktionen des obersten Führers an mehr als 170.000 Verantwortliche übermittelt wurden.“ Dies zeige, dass die Kommunistische Partei besser als jeder andere in der Lage sei, ein großes Land mit 1,4 Milliarden Menschen in einer massiven Notlage zu mobilisieren.

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