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Spiritualität gegen Islamismus : Sufis, Scheichs und Scharlatane

Halb Pilgerfahrt, halb Jahrmarkt: Frauen an einem Schmuckstand auf einem Maulid im Kairoer Stadtteil El Marg im August Bild: Christina Rizk

Der Sufismus hat in Ägypten eine jahrhundertelange Tradition. Nun fördert die Regierung die Mystiker, um den Islamismus zu schwächen. Geht dadurch die Essenz der Strömung verloren?

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          Wenn er auf der Bühne stand und den Dhikr vollzog, erzählt Essam Abdou, dann sei es gewesen, als ob er fliege. Dann spürte er die Energie seiner Bandkollegen auf ihn übergreifen, die sich zusammen mit ihm dem Sufi-Ritual hingaben, den Namen Gottes rhythmisch auszusprechen, immer schneller, immer lauter, bis zur Ekstase. Alles Negative wich dann von ihm. Es war wie eine Meditation, sagt Abdou und verbessert sich sogleich: Nein, es war besser als das. Du gehst an die Extreme mit deiner Stimme – und mit deiner Seele.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Dabei war Essam Abdou selbst nicht einmal ein Sufi, ein Anhänger der mystischen Strömung des Islams. Und er ist es auch heute nicht. Vor einem Jahr hat der inzwischen 34 Jahre alte Ägypter die Sufi-Band „Al Hadra“, die er mitgegründet und in der er gesungen hatte, sogar verlassen. Nicht im Guten. Um die Gründe dafür zu verstehen, muss man etwas mehr wissen über den Sufismus – und über Ägypten heute, fünf Jahre nach dem Ende der Herrschaft der islamistischen Muslimbrüder und der Machtübernahme durch Abd al Fattah al Sisi, den Präsidenten, der im Frühjahr für eine zweite Amtszeit gewählt wurde.

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