https://www.faz.net/-gpf-9sscu

Tod von Bagdadi und Bin Ladin : Gezielte Tötungen als gerechte Strafe?

Ein Screenshot aus einem undatierten VIdeo, in dem Abu Bakr al-Bagdadi zu sehen ist. Bild: dpa

Der Tod Bagdadis erinnert an die Ergreifung Usama bin Ladins. Doch während der Einsatz in Syrien mit dem Einverständnis der dortigen Regierung stattfand, handelte Obamas Regierung in fremdem Hoheitsgebiet.

          4 Min.

          Mit Freudenbekundungen hat sich die Bundeskanzlerin dieses Mal zurückgehalten. Nach dem Tod des IS-Anführers Abu Bakr Al Bagdadi erinnerte Regierungssprecher Steffen Seibert an die Opfer der Terrormiliz: „Wir denken an die Menschen in Europa und auf der Welt, die in terroristischen Anschlägen des IS ihr Leben verloren haben“ und „an die, die um sie trauern.“ Mörderische Befehle könne Bagdadi nun nicht mehr geben, sagte Seibert. Sein Tod bedeute allerdings nicht, dass der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ beendet sei.

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Vor acht Jahren hatte sich Angela Merkel noch selbst zu Wort gemeldet: „Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Usama Bin Ladin zu töten“, äußerte sie nach der erfolgreichen amerikanischen Operation gegen den Anführer des Terrornetzes Al Qaida in Pakistan. Die amtliche Freude über den Tod eines Feindes irritierte nicht nur in moralischer Hinsicht. Unter Juristen reichte der Unmut bis zum UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, wo man sich über die Wortwahl der Kanzlerin „höchst befremdet“ zeigte. Selbst die Amerikaner hätten sich zurückhaltender geäußert.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wie schlimm kann es werden? : Vorbereitungen auf die Pandemie

          In Italien, Iran und Südkorea schließt sich das Fenster: An der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus zweifelt kaum noch ein Experte. Und doch ist es zu früh, über Millionen Opfer weltweit zu spekulieren.