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Proteste in Chile : Das Coronavirus spielt den Mächtigen in die Karten

Sturm auf die Polizei: Demonstranten in Santiago vor der Corona-Krise. Bild: AFP

Bis vor kurzem warfen Demonstranten in Chile mit Steinen, frustriert über die politische Klasse. Doch das Coronavirus hat dem nun ein Ende gesetzt.

          5 Min.

          Ein Wasserwerfer schießt aus der Seitenstraße. Hinter ihm zwei Panzerfahrzeuge. Ein Teil der Leute rennt vor ihnen weg, ein anderer direkt auf sie zu. Steine prasseln auf die Fahrzeuge nieder, ein Feuerlöscher fliegt durch die Luft. Wasser mischt sich mit Tränengas, das aus den Wagen und von Polizisten abgefeuert wird. Irgendwann steigen ein paar Polizisten aus und versuchen, einige ihrer Widersacher einzufangen. „Scheiß Bullen!“, hallt es hundertfach durch die Abenddämmerung.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Dieser Kleinkrieg spielte sich in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile fast täglich ab seit Oktober, als die „Volksrebellion“ der Chilenen mit einer Welle des Protests, beispielloser Zerstörungswut und Plünderungen ihren Anfang nahm. Die Gegend um die Plaza Italia, die inzwischen den Beinamen „Platz der Würde“ trägt, wurde zum Schauplatz täglicher Ausschreitungen.

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