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Corona in der Schweiz : Musterland in der Krise

In der Schweiz wächst die Wut wegen der Corona-Beschränkungen. Bild: EPA

In der Schweiz führt die Regierung per Notrecht durch die Corona-Pandemie. Für die eidgenössische Demokratie ist das eine besondere Herausforderung. Kritiker reden gar von einer „Diktatur“.

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          „Wir erleben eine Krise, wie es sie in der Geschichte der Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat.“ Mit diesen Worten eröffnete Simonetta Sommaruga eine Sonderversammlung des Schweizer Parlaments zu Beginn dieser Woche. Die sozialdemokratische Umwelt- und Verkehrsministerin amtiert derzeit auch als Bundespräsidentin – eine vor allem repräsentative Aufgabe, die sich die sieben Mitglieder der Regierung (Bundesrat) von Jahr zu Jahr im Wechsel weiterreichen.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          „Lassen Sie die Demokratie wieder richtig aufleben“, rief Sommaruga den Abgeordneten der großen und kleinen Kammer des Parlaments zu – eigentlich ein ungeheuerlicher Appell in einem Land, das sich dank der direkten Mitspracherechte seiner Bürger als Musterland der Demokratie sieht und deren Volksvertreter normalerweise keinerlei Aufmunterung zur Arbeit benötigen. Aber das Coronavirus und der Kampf dagegen haben nicht nur die Schweizer Wirtschaft ausgehebelt, sondern zumindest temporär auch die gelebte Praxis der eidgenössischen Demokratie.

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