https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/wie-china-seinen-einfluss-in-der-unesco-ausbaut-17103730.html

China und die Unesco : Pekings Griff nach der Weltkultur

Der chinesische Staatschef Xi Jinping im März 2014 am Sitz der Unesco in Paris Bild: Christian Hartmann

Nach dem Austritt Amerikas aus der Unesco baut Peking seinen Einfluss in der UN-Kulturorganisation mit Sitz in Paris systematisch aus. Westliche Diplomaten beobachten die Entwicklung mit wachsendem Misstrauen.

          4 Min.

          Die Unesco schützt die Große Mauer, das Grabmal des ersten Kaisers von China und das Panda-Naturreservat in Sichuan. Über insgesamt 55 chinesische Stätten des Weltkultur- und Naturerbes wacht die UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur mit Sitz in Paris. China ist inzwischen – neben Italien – eines der beiden Länder mit den meisten Welterbe-Stätten. Aber nicht nur am öffentlichkeitswirksamsten Programm der Unesco lässt sich der erstarkte Einfluss Chinas auf die in Paris beheimatete Organisation ermessen.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Seitdem Amerika im Oktober 2017 aus Ärger über deren aus seiner Sicht antiisraelischen Kurs die Unesco verlassen hat, besetzt China gezielt die Lücke. Die Unesco-Generaldirektorin, die Französin Audrey Azoulay, hat gerade begonnen, sich um ein zweites Mandat zu bewerben. Für ihre Wiederwahl im nächsten Jahr ist sie auf chinesische Unterstützung angewiesen. Das erklärt auch, warum sie äußerst einsilbig auf den Ausschluss eines taiwanischen Wissenschaftlers von einem Unesco-Online-Seminar reagierte.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+