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Einfluss in den Asean-Staaten : Hat China einfach mehr zu bieten?

Gipfel in Corona-Zeiten: Die Staats- und Regierungschefs sowie die Handelsminister Chinas und der Asean-Staaten Bild: dpa

Der Abschluss des neuen Handelsabkommens ist ein Beispiel dafür, wie weit die Volksrepublik Amerika und Europa in Südostasien teilweise schon voraus ist. Eine Analyse.

          3 Min.

          China baut seinen Einfluss in der Region Asien-Pazifik weiter aus. Im Wettbewerb um die Macht ist die Volksrepublik mit der Unterzeichnung des jüngsten Vertrags dort nun klar im Vorteil gegenüber den Vereinigten Staaten: Unter maßgeblicher Beteiligung Chinas haben 15 asiatisch-pazifische Staaten am Sonntag das größte Freihandelsabkommen der Welt (RCEP) abgeschlossen. Es umfasst 2,2 Milliarden Menschen und rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Neben China und den zehn südostasiatischen Staaten gehören auch Australien, Japan, Neuseeland und Südkorea zu den Unterzeichnern. Der Vertrag wurde am Ende des diesjährigen Gipfelreigens der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) und ihrer Dialogpartner unterschieben, der wegen der Corona-Pandemie diesmal virtuell stattfand.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Einigung steht im Kontrast zu dem Schicksal der einst von Amerika angeführten Transpazifischen Partnerschaft. Dieses Abkommen hatte Präsident Donald Trump als erste Amtshandlung aufgekündigt. Noch ist unklar, ob die Vereinigten Staaten den Vertrag unter dem gewählten Präsidenten Joe Biden doch noch unterschreiben werden. Dass China nun seine Macht in der Region ausbauen konnte, kommt für die Menschen in Südostasien nicht unbedingt überraschend. Kaum jemand hat noch Zweifel daran, dass China die Wirtschaftsmacht der Zukunft ist. Auch der allmähliche Aufstieg zur Hegemonialmacht in der Region erscheint als im Wesentlichen nicht mehr abwendbar.

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