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Uiguren in China : Ein Volk soll aufgelöst werden

Wachen vor dem Tor eines offiziell als Ausbildungszentrum bezeichneten mutmaßlichen Arbeitslagers in Xinjiang Bild: Reuters

Ein versehentlich veröffentlichtes Dokument gibt Einblick in die Taktik des kommunistischen Regimes: Peking will die Muslime entwurzeln – und stolpert dabei über den selbst geschürten Rassismus.

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          Die Behörden im Süden von Xinjiang hatten ein Problem. Sie wollten Zehntausende uigurische Bauern als Fabrikarbeiter in reichere Regionen Chinas verschicken. Doch dort wollte man sie nicht haben. „Fast alle Polizeibezirksbehörden in den östlichen Provinzen, die Arbeiter importieren, weigern sich aus Gründen der lokalen Sicherheit und Stabilität, jede Art von Arbeitern aus Xinjiang zu akzeptieren“, schrieben Wissenschaftler der Nankai-Universität in Tianjin im Sommer 2018.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Die Armutsforscher waren nach Xinjiang entsandt worden, um im Bezirk Hotan das Programm zur Verschickung uigurischer Arbeiter zu studieren. Sie sollten Empfehlungen für hohe Regierungsstellen erarbeiten. Ihr Bericht wurde offenbar versehentlich auf der Website der Universität veröffentlicht und später wieder gelöscht. Nach Angaben des Senders BBC, der „Süddeutschen Zeitung“ und der kanadischen Zeitung „Globe and Mail“, die am Mittwoch zuerst über das Papier berichteten, wurde es von einem uigurischen Forscher im Internet entdeckt und archiviert.

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