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Zwei Kleinstaaten gegen Corona : Andorras Schutzmasken und Gibraltars Glück

Alles wie immer: Die Grenze zwischen Gibraltar und Spanien Bild: Reuters

Andorra und Gibraltar sind in einer prekären Lage: Die beiden Kleinstaaten können ihre Grenzen zu Spanien nicht schließen, weil sie auf die Arbeitskräfte von dort angewiesen sind.

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          Jenseits ihrer Grenzen beginnt das Land mit den meisten Corona-Infektionen. Am Montag übertraf Spanien mit fast 130.800 Fällen laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) Italien. Andorra und Gibraltar sind klein. Aber sie versuchen, ihre Stärken auszuspielen, obwohl sie sich von ihrem großen Nachbarn nicht abschotten können.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Grenzen sind für Arbeitspendler weiterhin offen. Im Fürstentum Andorra soll ein Test der gesamten Bevölkerung so schnell wie möglich Klarheit darüber bringen, wie es mit der Ausgangssperre für die knapp 78.000 Bewohner weitergeht.

          Bis Mittwoch wurden dort insgesamt 545 Infektionen bestätigt, 22 Menschen starben an den Folgen des Virus. In Südkorea wurden für den Kleinstaat, der halb so groß wie Berlin ist, sicherheitshalber 15.000 Tests bestellt. Zudem sollen alle Andorraner bald zwei Gesichtsmasken erhalten.

          Während Spanien bisher auf ähnliche Hilfe verzichtet, ist in Andorra zudem eine medizinische Delegation aus Kuba angekommen. Für die zwölf Ärzte und 26 Pfleger hat Andorra die Kosten übernommen. Nur sieben Tage, nachdem sie angefordert worden waren, kamen sie an. Für den Karibikstaat, der auch Helfer nach Italien schickte, sind diese medizinischen Delegationen schon seit einiger Zeit eine wichtige Einnahmequelle, und sie bessern das internationale Image Kubas auf. In Andorra wurde der sofortige Einsatz jedoch schon kurz nach der Ankunft wieder fraglich. Ein kubanischer Arzt war positiv getestet worden.

          Ohne spanische Pendler geht es nicht

          Auch in Gibraltar hat man deutlich mehr getestet als im benachbarten Spanien. Vier Prozent der 33.000 Einwohner der britischen Kronkolonie wurden schon untersucht, ob sie sich mit dem Erreger infiziert haben. International ist das ein relativ großer Anteil. Etwas mehr als hundert Menschen wurden in Gibraltar bisher positiv getestet; ein Todesfall war noch nicht zu beklagen.

          Zuletzt hatte der Todesfall eines Besatzungsmitglieds eines Kreuzfahrtschiffs Besorgnis hervorgerufen, das sonst regelmäßig dort anlegt. Doch die Obduktion ergab, dass er nicht an Covid-19 gestorben war. Dennoch wurden Klinikbetten und Friedhöfe vorsichtshalber ausgebaut. Denn Gibraltar ist sehr eng mit Spanien verbunden.

          Zu normalen Zeiten passieren täglich knapp 15.000 Menschen die Landgrenze; fast 10.000 von ihnen stammen aus Spanien. Ohne sie ließen sich der Betrieb in den Kliniken und lebenswichtigen Firmen kaum aufrecht erhalten. Doch der Grenzverkehr ist nicht ohne Risiken. In der Nachbarregion „Campo de Gibraltar“ wurden schon mehr als 150 Corona-Infektionen und ein Todesfall registriert.

          Zuletzt hatte sich die Ausbreitung des Virus auch in Gibraltar etwas verringert. Die Gesundheitsbehörden führen das auf ihre strengen Maßnahmen und das „Glück Gibraltars“ zurück, warnen aber davor, das der Kleinstaat auf dem Fels vor der Küste in einer prekären Situation bleibe. „Wir sind ein trockener Busch neben zwei sich ausbreitenden Waldbränden“, sagt ein Sprecher.

          Ein Funke aus Spanien oder Britannien genüge, um die bisherigen Erfolge zu gefährden. Die Bindung an Großbritannien liegt vielen Bewohnern ungeachtet des Brexits weiter am Herzen. Sie waren deshalb erleichtert, dass sich London trotz Corona nicht ganz von der EU abnabelt. Obwohl überall der Flugverkehr eingestellt wird, fliegt British Airways vier Mal in der Woche von Gibraltar in die britische Hauptstadt.

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