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Widerstand in Myanmar : „Sie haben Waffen, wir nichts“

„Ich sagte: Tötet mich anstelle der unschuldigen Menschen“: die Nonne Ann Rose Nu Tawng Anfang März in Myitkyina Bild: AFP

Myanmars Militär hat seit dem Putsch Hunderte Bürger getötet. Die Gegner der Junta stehen nun vor der Frage: auf die Knie gehen – oder zu den Gewehren greifen? Die Geschichte einer Nonne – und einer Studentin im Widerstand.

          9 Min.

          Ann Rose Nu Tawng ging vor den Soldaten nicht nur für die jungen Demonstranten in ihrem Heimatort Myitkyina, sondern für ganz Myanmar auf die Knie. Ein Foto der Szene ging um die Welt. Es zeigt die Nonne in weißer Kutte, deren unterer Saum auf die schmutzige Straße fällt. Ihre dunklen Schuhsohlen ragen hinauf, vom Hinterkopf hängt ein schwarzes Tuch herab. Ihre Arme hat die Nonne weit ausgebreitet. Vor ihr knien zwei Polizisten. Sie haben die Hände vor der Brust gefaltet. Wie die anderen Polizisten, die etwas danebenstehen, tragen sie Helme und Schutzwesten. „Ich sagte: Tötet mich anstelle der unschuldigen Menschen“, erinnert sich die katholische Nonne einige Wochen später am Telefon im Gespräch mit der F.A.Z.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Es war eine Zeit des Umbruchs in der Protestbewegung. Nach dem Militärputsch am 1. Februar protestierten zunächst vornehmlich junge Leute tagelang friedlich und fröhlich in den Städten des Landes, dann gingen Polizei und Militär mit zunehmender Waffengewalt gegen die Demonstranten vor. Sie richteten Dutzende von ihnen mit gezielten Kopfschüssen geradezu hin. Unter ihnen war die 19 Jahre alte Ma Kyal Sin in Mandalay, die auch aufgrund der optimistischen Aufschrift auf ihrem T-Shirt binnen Stunden zur Märtyrerin wurde. „Everything will be O.K.“ stand auf dem Kleidungsstück. Doch in Myanmar war schon da nichts mehr in Ordnung.

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