https://www.faz.net/-gpf-a1j9t

WHO in der Krise : Eine Organisation am Anschlag

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus am 3. Juli 2020 in Genf Bild: EPA

Die Weltgesundheitsorganisation spielt eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch unterfinanzierte und eingeschüchterte Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch.

          7 Min.

          „Wir in der WHO arbeiten Tag und Nacht“, hat Tedros Adhanom Ghebreyesus kürzlich gesagt. Das mochte wie ein Stoßseufzer des Generaldirektors klingen, dessen Weltgesundheitsorganisation in der Corona-Pandemie wie selten zuvor gefordert ist. Gemeint hatte er es aber in erster Linie als Solidaritätsbekundung für die Pfleger und Ärzte überall auf der Welt, die sich an vorderster Front um Covid-19-Erkrankte kümmern. Tatsächlich hat die rasende Verbreitung von Covid-19 nicht nur viele Krankenhäuser und deren Personal an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht. Auch die WHO selbst ist am Anschlag.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          „Viele WHO-Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt ein ranghoher Amtsträger, der namentlich nicht genannt werden will. „Die Leute haben seit Monaten keinen freien Tag gehabt, auch nicht an den Wochenenden. Das gilt auch für den Generaldirektor Tedros.“ Inmitten der größten Gesundheitskrise seit hundert Jahren zeigt sich die WHO als operativ überlastete und politisch eingeschüchterte Organisation. Damit wächst die Gefahr von verzögerten oder gar fehlerhaften Entscheidungen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die amerikanische Schriftstellerin Lily Brett

          Amerika in der Krise : Wie New York unter Trump und Corona leidet

          Donald Trump hat einen Grausamkeitskoeffizienten, der den größten Diktatoren zum Neid gereichen könnte, schreibt die Schriftstellerin Lily Brett. Über die Hoffnung der Amerikaner auf eine gerechtere Zukunft.
          Wenigstens die Balkone halten noch: Fassade in der Armenia Street in Beirut

          Leben im Libanon : Wenn selbst die Hoffnung stirbt

          Seit fünf Jahren lebt unser Korrespondent Christoph Ehrhardt in Beirut. Zerstörung hat er in vielen arabischen Ländern gesehen. Diesmal hat es ihn getroffen: sein Zuhause, seine Familie.