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WHO in der Krise : Eine Organisation am Anschlag

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Adhanom Ghebreyesus am 3. Juli 2020 in Genf Bild: EPA

Die Weltgesundheitsorganisation spielt eine wichtige Rolle in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Doch unterfinanzierte und eingeschüchterte Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch.

          7 Min.

          „Wir in der WHO arbeiten Tag und Nacht“, hat Tedros Adhanom Ghebreyesus kürzlich gesagt. Das mochte wie ein Stoßseufzer des Generaldirektors klingen, dessen Weltgesundheitsorganisation in der Corona-Pandemie wie selten zuvor gefordert ist. Gemeint hatte er es aber in erster Linie als Solidaritätsbekundung für die Pfleger und Ärzte überall auf der Welt, die sich an vorderster Front um Covid-19-Erkrankte kümmern. Tatsächlich hat die rasende Verbreitung von Covid-19 nicht nur viele Krankenhäuser und deren Personal an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht. Auch die WHO selbst ist am Anschlag.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          „Viele WHO-Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt ein ranghoher Amtsträger, der namentlich nicht genannt werden will. „Die Leute haben seit Monaten keinen freien Tag gehabt, auch nicht an den Wochenenden. Das gilt auch für den Generaldirektor Tedros.“ Inmitten der größten Gesundheitskrise seit hundert Jahren zeigt sich die WHO als operativ überlastete und politisch eingeschüchterte Organisation. Damit wächst die Gefahr von verzögerten oder gar fehlerhaften Entscheidungen.

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