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WHO-Untersuchung in China : Wuhan bleibt ein Rätsel

Der Huanan-Wildtiermarkt, der zunächst als Ort galt, an dem das Virus auf den Menschen übergesprungen sein könnte, war womöglich doch nur einer von mehreren Cluster-Orten. Nach Angaben des chinesischen Teamleiters Liang entwickelte der erste bekannte Patient mit Verbindungen zu dem Markt am 12. Dezember Symptome. Zur gleichen Zeit habe das Virus auf anderen Märkten und außerhalb von Märkten bereits zirkuliert. Ein anderer Patient sei schon am 8. Dezember erkrankt. Dennoch empfehlen die Experten weitere Recherchen über die Lieferketten der Markthändler, innerhalb und außerhalb Chinas. Unter anderem geht es dabei um Wildtiere, von denen bekannt ist, dass sie das Virus übertragen können. Katzen oder Nerze. Die Hypothese, das Virus sei von einer Fledermaus über einen Zwischenwirt auf den Menschen übergesprungen, landete auf Platz eins.

Mit Spannung war erwartet worden, was die ausländischen Wissenschaftler über die von China verbreitete Hypothese sagen würden, dass das Virus über tiefgekühlte Lebensmittel nach Wuhan eingeschleppt worden sein könnte. Die WHO-Delegation besuchte sogar ein Tiefkühllager, um der Frage nachzugehen. In der Liste der wahrscheinlichen Hypothesen landete eine Übertragung über eine kontaminierte Verpackungsoberfläche auf Platz drei, noch vor der Labor-These.

Die Skeptiker werden bleiben

An einer Stelle sagte Leiter Embarek einen ungewöhnlichen Halbsatz. „Wir können uns außerdem darauf einigen.“ Das klang wie ein Fingerzeig, dass man sich nicht in allen Punkten einig geworden sei. Der dänische Wissenschaftler ging aber nicht weiter darauf ein. Sein chinesischer Kollege verwies mehrfach auf die Notwendigkeit, den Ursprung des Virus auch in anderen Ländern zu suchen. Dem pflichtete Embarek durchaus bei. Zum Beispiel in Chinas südlichen Nachbarländern, wo Fledermausarten leben, von denen man weiß, dass sie Coronaviren in sich tragen.

Die Labor-Theorie bezeichnete Embarek als „extrem unwahrscheinlich“. Deshalb empfehle die Gruppe, diese Spur nicht weiterzuverfolgen. Zu der Einschätzung sei man mit Hilfe einer Evaluierung von Pro- und Contra-Argumenten gekommen. Zudem habe man eine „lange, ehrliche und offene Diskussion mit dem Management und den Mitarbeitern“ des Labors geführt. Die Skeptiker wird das wahrscheinlich nicht überzeugen, da es Chinas Kontrolle unterlag, zu welchen Daten die Delegation Zugang erhielt. So hatte auch der amerikanische Außenminister Antony Blinken China einen „Mangel an Transparenz“ und an Bereitschaft vorgeworfen, internationalen Fachleuten Zugang zu gewähren. Ein Mitglied der Delegation, der britisch-amerikanische Zoologe Peter Daszak, lobte China hingegen in den höchsten Tönen für seine Offenheit. Nun wird sich zeigen, ob Peking der WHO-Empfehlung folgt und alle relevanten Daten in eine globale Datenbank überträgt.

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