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Westjordanland : Israel will sich 400 Hektar Land einverleiben

In der neuen Siedlung Gevaot sollen Wohnungen für Zehntausende neue Einwohner entstehen Bild: REUTERS

Wenige Tage nach dem Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg hat der israelische Verteidigungsminister Jaalon eine der größten Landnahmen seit Jahrzehnten angeordnet.

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          Ein neues Siedlungsprojekt erschwert die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen, um die sich der amerikanische Außenminister John Kerry laut arabischen Presseberichten bemüht. Wenige Tage nach dem Beginn der Waffenruhe im Gaza-Krieg ordnete der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon jedoch zunächst eine der größten Landnahmen seit Jahrzehnten an: Im Siedlungsblock von Etzion zwischen Bethlehem und Hebron wurden 400 Hektar zu Staatsland zu erklärt.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Größe des Gebiets sei seit den achtziger Jahren „beispiellos“ und werde die Realität in der Region „dramatisch“ verändern, teilte die israelische Bürgerrechtsorganisation „Peace Now“ mit. Ein Vertreter der Regionalverwaltung des Etzion-Siedlungsblocks sagte, innerhalb von zwei Jahren würden in der neuen Siedlung Gevaot tausende Wohnungen für Zehntausende neue Einwohner entstehen; bisher leben dort zehn Familien. Gvaot wäre die fünfte größere Siedlungsstadt in der Nähe von Jerusalem. Israel geht davon aus, dass der Siedlungsblock von Etzion mit seinen heute 22.000 israelischen Einwohnern in einem Friedensabkommen Teil des israelischen Staatsgebiets wird.

          Das amerikanische Außenministerium forderte die israelische Regierung in der Nacht zum Montag auf, auf den Plan zu verzichten. Er sei „kontraproduktiv“ für die neuen Friedensbemühungen. Der Likud-Abgeordnete Zeev Elkin bezeichnete das Bauprojekt als „klassische zionistische“ Reaktion auf die Entführung und den Mord an drei jüdischen Religionsstudenten in dieser Gegend. Nach Einschätzung der PLO verdeutliche die israelische Ankündigung den Wunsch, dort die „palästinensische Präsenz auszulöschen und eine Ein-Staaten-Lösung durchzusetzen“. Es gebe keine Chance für einen Friedensprozess, sagte der frühere palästinensische Minister Aschraf al Adschami. Der Ausbau des Etzion-Siedlungsblocks trägt dazu bei, die geografische Verbindung zwischen Jerusalem und Hebron zu stärken und zugleich die Palästinensergebiete von der Stadt weiter zu isolieren.

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