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Zahlreiche neue Städte : Afrika im Baufieber

Auf Lebenszeit: Burundis Präsident Pierre Nkurunziza in Bujumbura Bild: Reuters

Metropolen entstehen am Reißbrett, Burundi und Südsudan verlagern den Regierungssitz. Kritiker bemängeln jedoch, dass nur die Reichen auf dem Kontinent davon profitierten.

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          „Ewiger Führer“ lässt sich Burundis Präsident Pierre Nkurunziza seit einigen Monaten nennen: „Imboneza yamaho“. Im Mai wurde in dem ostafrikanischen Zwergstaat die Verfassung so geändert, dass der 55 Jahre alte Herrscher bis zum Jahr 2034 weiterregierten kann. Nun soll die Hauptstadt von der am Tanganjikasee gelegenen Metropole Bujumbura mit ihren rund 1,2 Millionen Einwohnern in die Kleinstadt Gitega, in der gerade einmal 30.000 Menschen leben, verlegt werden.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Den Umzug hatte der Präsident zwar bereits im Jahr 2007, zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, angekündigt. Nun ließ er seinen Sprecher Jean-Claude Karerwa Ndenzako aber auf Twitter verkünden, dass Ernst gemacht werden solle. Ab sofort, so heißt es, würden Kabinettssitzungen in der neuen Hauptstadt abgehalten. Ende Januar wurde bereits der Senat nach Gitega verlegt, Umzugswagen brachten das Mobiliar in die neue Kapitale. Zudem ist die Verlegung von fünf Ministerien geplant. Gitega werde damit „politische Hauptstadt, während Bujumbura die wirtschaftliche Hauptstadt“ bleibe, heißt es in dem Tweet. Was aus dem Präsidentenpalast werden soll, den China gerade erst für 20 Millionen Dollar in Bujumbura errichtet hat, ließ der Herrscher offen.

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