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Regierung in Italien : Stern der Jugend

Luigi Di Maio in seiner Heimatstadt Pomigliano D’Arco nach dem Wahlerfolg im März. Bild: Imago

Wie kommt der Erfolg der Populisten in Italien zustande? Und woher kommen die antideutschen Ressentiments? Ein Besuch in der Heimatstadt von Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung.

          7 Min.

          Pomigliano d’Arco brütet. Um die Mittagszeit sind es 33 Grad, wie die Leuchtschrift einer Apotheke mitteilt. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, schließlich ist Mittagspause. Aber auch am Abend bleiben viele zugesperrt. Pomigliano d’Arco hat heute knapp 40000 Einwohner. Die rauhe Industriestadt im Nordosten der Metropolenregion Neapel hat schon bessere Tage gesehen. Anfang der siebziger Jahre zum Beispiel, als sich Alfa Romeo hier mit einer Fabrik niederließ. Fünfzehntausend Arbeiter schraubten die Limousine „Alfasud“, den Alfa 33 oder den GT zusammen. Damals schnellte die Einwohnerzahl der Stadt am Fuße des Vesuvs binnen eines Jahrzehnts um ein Drittel in die Höhe. In den Vororten wurden Wohnsilos aus dem Boden gestampft. Dann kamen die achtziger Jahre.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Hoffnung, die Stadt möge als zweites Zentrum der italienischen Automobilindustrie zum „Turin des Südens“ werden, erfüllte sich nicht. 1986 übernahm der Fiat-Konzern Alfa Romeo. Mehrmals stand die Traditionsmarke seither vor dem Aus, dann galt sie wieder als gerettet. Derzeit gilt Alfa Romeo wieder einmal als gerettet. Der Mutterkonzern, der heute Fiat Chrysler heißt und vom Italokanadier Sergio Marchionne geführt wird, hat sogar eine kleine Modelloffensive gestartet. Die 2010 wiederbelebte „Giulietta“, erstmals in den sechziger Jahren als Mittelklassewagen gebaut, verkauft sich gut. Und als „Stelvio“ gibt es den Alfa nun auch als SUV.

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