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Russische Söldner in Syrien : Moskaus unsichtbare Krieger

Was hat es mit den „Wagner“-Söldnern auf sich? Bild: AFP

Ein Journalist recherchiert zu russischen Söldnern in der Ukraine und in Syrien. Wenig später ist er tot. Kostete ihm seine Recherche das Leben?

          3 Min.

          In einem seiner letzten Artikel befasste sich Maxim Borodin mit Beerdigungen. Der 32 Jahre alte Journalist, der für das Jekaterinburger Nachrichtenportal „Nowyj Djen“ (Neuer Tag) schrieb, berichtete Mitte März, dass in der Stadt Asbest im Swerdlowsker Gebiet die Leichname zweier Männer ihren Verwandten übergeben worden seien. Die beiden seien „Veteranen des Donbass“, des Krieges in der Ostukraine, und zuletzt Kämpfer des privaten Militärunternehmens „Wagner“ gewesen. Borodin brachte den Tod der Männer in Zusammenhang mit Berichten über Dutzende oder gar einige Hundert russische Söldner, die am 7.Februar bei einem amerikanischen Angriff auf Kräfte des Assad-Regimes nahe der syrischen Stadt Deir ez-Zor ums Leben gekommen seien. Zuvor hatte die Witwe eines der beiden Gefallenen Borodin erzählt, dass in Syrien mindestens 30 Männer aus dem Swerdlowsker Gebiet kämpften.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Maxim Borodin starb am Sonntagmorgen in einer Jekaterinburger Klinik. Drei Tage zuvor war er, wie seine Redaktion mitteilte, „unter bisher ungeklärten Umständen“ aus dem Fenster seiner Wohnung im vierten Stock gefallen und schwer verletzt worden. Die Kollegen glauben nicht an einen Unglücksfall oder Suizid. Ein Freund, Wjatscheslaw Baschkow, schrieb auf Facebook, Borodin habe ihn am vergangenen Mittwochmorgen angerufen, weil maskierte Männer in Flecktarn seine Wohnung umlagerten und ein Mann mit Sturmgewehr auf seinem Balkon gestanden habe. Der Journalist habe mit einer Razzia gerechnet, so Baschkow, und ihn gebeten, einen Anwalt zu suchen. Borodin habe „beunruhigt, aber nicht hysterisch, nicht betrunken“ geklungen. Eine Stunde später habe der Journalist wieder angerufen und gesagt, dass er sich geirrt habe: „Anscheinend nur eine Übung.“

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