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Lebensmittelnot in Venezuela : Das Geschäft mit der Armut

Für die Bevölkerung überlebenswichtig: Eine Frau in Caracas kauft ein Essenspaket der Regierung. Bild: AFP

Dubiose Geschäftsleute kontrollieren den Import subventionierter Lebensmittel nach Venezuela. An den Schnittstellen des sozialistischen Regimes und der Privatwirtschaft verdienen sie viel Geld, und auch Präsident Nicolás Maduro profitiert mutmaßlich davon.

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          Auf den ersten Blick scheinen Venezuelas „Lokale Komitees für Versorgung und Produktion“ (CLAP) eine edle Sache zu sein. Die Regierung schuf sie unter dem Vorwand, die Lebensmittelversorgung der einfachen Bevölkerungsschichten zu sichern. Diesen Zweck erfüllen sie nach wie vor, wenngleich immer unzuverlässiger. Die Kisten und Säcke mit Grundnahrungsmitteln werden zu einem Spottpreis an Millionen venezolanische Haushalte abgegeben. Es handelt sich um das größte Sozialprogramm Venezuelas. Auf der Schachtel prangen die Silhouetten der Präsidenten Hugo Chávez und Nicolás Maduro, drinnen stecken subventionierte und aus aller Welt importierte Lebensmittel: Maismehl und Milchpulver aus Mexiko, Reis aus Uruguay, Teigwaren aus der Türkei und mehr. Für viele Venezolaner sind die Kisten aufgrund des Mangels und der Inflation überlebenswichtig geworden. Das hat sie zu einem Druckmittel und Kontrollinstrument für die Regierung gemacht. Und für ein paar Geschäftsleute und Staatsfunktionäre sind sie zu einem richtig guten Geschäft geworden.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Der Kolumbianer Alex Nain Saab Morán ist einer dieser Geschäftsleute, die im Windschatten der sozialistischen Regierung in Venezuela blendend verdienen. In seinem Heimatland gilt Saab als „der Mann Maduros“, als ein Geldwäscher im Auftrag des chavistischen Regimes. Er selbst bestreitet, Maduro zu kennen – von ein paar „protokollarischen Akten“ abgesehen.

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