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Vorwürfe gegen Algerien : Wer ist schuld an den toten Migranten von Melilla?

Migranten stürmen am 24. Juni den Grenzzaun der spanischen Exklave Melilla. Bild: AP

Bei einem Ansturm auf die spanische Exklave Melilla starben mehr als 30 Migranten. Marokko weist Algerien die Schuld zu. Die Grenzkontrollen seien zu lax. Auch die spanische Regierung steht unter Druck.

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          Marokko beschuldigt das Nachbarland Algerien, für die Tragödie am Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla mit mehr als 30 Toten verantwortlich zu sein. Die „Angreifer“ seien über die algerische Grenze nach Marokko gelangt und hätten „die absichtliche Laxheit Algeriens bei der Kontrolle seiner Grenzen zu Marokko ausgenutzt“, heißt es in einer Erklärung der marokkanischen Botschaft. Der Ansturm auf die Grenze, an dem sich am Freitag bis zu 2000 Migranten beteiligt hatten, deute „auf einen hohen Organisationsgrad, ein geplantes Vorgehen und eine hierarchische Struktur von kampferprobten und ausgebildeten Anführern mit Erfahrung in Konfliktgebieten hin“.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Zwischen Marokko und Algerien gibt es seit Monaten einen diplomatischen Schlagabtausch. Nach offiziellen marokkanischen Angaben waren bei der Polizeiaktion am Freitag 23 Migranten ums Leben gekommen. Laut Menschenrechtlern waren es 37, die erstickten, in die Tiefe gestürzt oder zu Tode getrampelt waren; Schwerverletzte hatten nach diesen Angaben stundenlang keine Hilfe erhalten.

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