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Weiterer deutscher Soldat bei Anschlag getötet : De Maizière: „Vor Gewalt darf man nicht weichen“

Ein Schützenpanzer vom Typ Marder beim Einsatz in Mazar-i-Sharif (Archivbild) Bild: dapd

Im Norden Afghanistans haben die Taliban abermals ein Attentat auf eine Bundeswehr-Patrouille verübt. Ein deutscher Soldat kam dabei ums Leben, fünf weitere wurden verwundet. „Die Häufung der Anschläge sorgt uns“, sagt Verteidigungsminister de Maizière.

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          Durch einen Sprengstoffangriff auf einen Schützenpanzer der Bundeswehr sind in Nordafghanistan ein Soldat getötet und fünf weitere teils schwer verletzt worden. Der Angriff ereignete sich gegen zehn Uhr vormittags, er galt einer Patrouille in der Provinz Baghlan, etwa auf halber Strecke zwischen den Städten Baghlan und Kundus. In Gefechten und durch Anschläge sind seit 2001 in Afghanistan nunmehr 34 Bundeswehrsoldaten gefallen.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Verteidigungsminister de Maizière sagte in Dresden: „Die Häufung der Anschläge sorgt uns.“ Er fügte aber hinzu: „Vor Gewalt darf man nicht weichen. Wenn wir jetzt gingen, würden das Vertrauen und das Selbstvertrauen der Afghanen erst recht erschüttert.“ Allerdings müsse die politische Entwicklung in dem Land stärker vorangetrieben werden.

          Riskante Bergung

          Der Schützenpanzer „Marder“ mit sieben Insassen wurde durch die versteckte Sprengladung (in der Nato IED genannt) zerstört und in Brand gesetzt, wie es in der Bundeswehr hieß. Es sei schwierig und - wegen der Munition im Fahrzeug - sehr riskant gewesen, die Verwundeten zu bergen. Sie wurden dann mit amerikanischen Hubschraubern in die Rettungszentren in Kundus und Mazar-i-Scharif gebracht.

          Verteidigungsminister de Maizière: „Wenn wir jetzt gingen, ...”

          Die Soldaten gehören zu einem der beiden Infanteriebataillone, die die Bundeswehr für gemeinsame Einsätze mit afghanischen Sicherheitskräften in Nordafghanistan hat, dem sogenannten Ausbildungs- und Schutzbataillon aus Mazar-i-Scharif. Es ist zur Zeit in der Provinz Baghlan eingesetzt, um zusammen mit afghanischer Armee und Polizei zu verhindern, dass die erst kürzlich vertriebenen Aufständischen wieder die Oberhand im sogenannten „Kandahari-Gürtel“ erringen. Der Name der Operation lautet „Bahar“ (Frühling). Die Panzergrenadiere sollten eine Patrouille sichern, die Sprengfallen auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindungsstraße beseitigen sollte. Zu untersuchen ist, ob die Soldaten durch eine Falschinformation gezielt in die Sprengfalle gelockt wurden

          In der vergangenen Woche war bereits ein Bundeswehrsoldat bei Kundus durch einen IED-Anschlag auf seinen „Fuchs“-Transportpanzer getötet worden, am Wochenende fielen infolge eines Sprengstoffanschlags in einem Verwaltungsgebäude in Talokan zwei deutsche Soldaten. Darüber hinaus wurden 12 Soldaten bei den drei Vorfällen verwundet.

          Trauerfeier in Hannover

          Unter den Verletzten des Anschlags von Talokan ist der deutsche Isaf-Regionalkommandeur, Generalmajor Markus Kneip. Eine Soldatin wurde schwer verwundet und befindet sich weiter in einem kritischen Zustand, aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Die Dolmetscherin liegt auf der Intensivstation im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz im künstlichen Koma und muss beatmet werden. Die 56-Jährige ist nach Angaben der Bundeswehr die erste deutsche Soldatin, die bei einem Auslandseinsatz derart schwer verwundet wurde.

          Dei Verletzungen von General Kneip seien leicht bis mittelschwer, hatte ein Sprecher des Sanitätsführungskommandos am Mittwoch gesagt. Er habe „Verbrennungswunden an den Extremitäten“ erlitten. Zudem befinde sich ein Schrapnell in seinem Körper, das noch operativ entfernt werden müsse. Die Ärzte gingen bei Kneip davon aus, dass er wieder vollständig genesen werde. Die Trauerfeier für die getöteten Soldaten findet an diesem Freitag in Hannover statt.

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