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Weiterer deutscher Soldat bei Anschlag getötet : De Maizière: „Vor Gewalt darf man nicht weichen“

Die beiden zerstörten Panzer „Fuchs“ und „Marder“ hatten die höchste Schutzklasse. Wie schon seit längerem im Süden Afghanistans benutzen die Aufständischen im Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr immer schwerere und ausgefeiltere Sprengladungen.

Festnahmen bei Isaf-Offensive

Mit dieser jüngsten Sprengstoffoffensive der aufständischen Taliban geht eine Offensive der Regierungskräfte und der internationalen Isaf-Truppe gegen Anführer des Aufstands und grenzübergreifender terroristischer Organisationen einher. Am Donnerstag teilte die Isaf mit, afghanische und Koalitionskräfte hätten in der Provinz Balkh einen Unterstützer von Al Qaida in einem nächtlichen Zugriff festgesetzt.

Der Mann sei ein Planer von Angriffen, er habe seine Basis in Pakistan gehabt und sei vermutlich 2001 ein Gefolgsmann von Usama Bin Ladin gewesen. In derselben Provinz war schon am Montag ein Angehöriger der Organisation „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU) festgenommen worden, der an dem Anschlag von Talokan beteiligt gewesen sein soll. Er sei mit der Führung der IMU in Pakistan in direktem Kontakt gewesen und habe dabei spezifische Informationen über den Anschlag vom 28. Mai übermittelt.

Die Provinzhauptstadt Mazar-i-Scharif gehört zu den Regionen, wo die Sicherheitslage als hinreichend gut eingeschätzt wurde, dass dort die Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Kräfte übergeben werden soll. Entgangen ist der Isaf offenbar ein Taliban-Anführer bei Kundus, der Selbstmordattentäter geführt haben soll, auch Männer aus Tschetschenien und Pakistan. Bei dem Zugriff im Distrikt Chardara, einer Talibanhochburg, seien aber zwei Männer festgenommen worden, die mit dem Taliban-Anführer in Verbindung gestanden seien.

Kämpfe an der Grenze zu Pakistan

Im Nordwesten Pakistans kamen bei schweren Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen aus Afghanistan 58 Menschen ums Leben. Wie die pakistanische Polizei am Donnerstag mitteilte, griffen rund 200 Aufständische am Mittwoch einen Grenzposten im Bezirk Upper Dir an.

Mindestens 23 Sicherheitskräfte kamen den Angaben zufolge ums Leben, drei wurden verletzt. Die Lage konnte erst am Donnerstagmittag (Ortszeit) unter Kontrolle gebracht werden. Wie in den angrenzenden Stammesgebieten sind auch in Upper Dir Kämpfer des Terrornetzwerks Al Qaida sowie der radikalislamischen Taliban aktiv.

Grüne Abgeordnete mahnen Frauenrecht an

Unterdessen haben aus Sorge um die Rechte von Frauen in Afghanistan 17 Bundestagsabgeordnete der Grünen sich an die Bundesminister Westerwelle (Außen) und Niebel (Entwicklung, beide FDP) gewandt. Sie beziehen sich in ihrem Brief auf ein geplantes Gesetz des afghanischen Ministeriums für Frauenangelegenheiten. Darin solle es verboten werden, auf Hochzeitsfeiern Kleidung zu tragen, die der Scharia widerspricht, nämlich zu eng anliegende oder nicht hinreichend den Körper bedeckende Frauenkleider.

Das Ministerium, nach 2001 eingerichtet, um sich für die Rechte von Frauen einzusetzen, solle offenbar von der Regierung Karsai zu einem „Sittenwächter“ umfunktioniert werden. So wolle man den erstarkenden konservativen Kräften entgegenkommen. Die Unterzeichner - darunter die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth und die Abgeordneten Tom Koenigs, Kerstin Müller, Hans-Christian Ströbele - fordern die Bundesregierung auf, sich bei der Regierung Karsai für die Frauenrechte einzusetzen. Sie dürften „nicht als Verhandlungsmasse betrachtet werden.“

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