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Krise im Nahen Osten : Weiterer Angriff auf Milizen im Irak gemeldet

  • Aktualisiert am

Amerikanische Soldaten im Irak Bild: Reuters

Nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad hat sich Berichten zufolge ein weiterer Luftangriff ereignet. Er soll abermals Anführern von proiranischen Milizen gegolten haben.

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          Einen Tag nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Qassem Soleimani sowie des Vizechefs der Hasched-al-Schaabi-Milizen ist es nördlich von Bagdad zu einem weiteren Luftangriff auf Fahrzeuge gekommen. Es werde davon ausgegangen, dass darin ranghohe Mitglieder schiitischer, von Iran unterstützter Milizen gewesen seien, meldete die Webseite Al-Sumaria unter Berufung auf Sicherheitskreise. Bei den attackierten Milizen handele es sich um Volksmobilisierungseinheiten von Hasched-al-Schaabi.

          Der Angriff habe im Bezirk Tadschi nördlich von Bagdad stattgefunden. Aus Polizeikreisen hieß es, es habe bei dem Angriff auf den Konvoi „Tote und Verletzte“ gegeben. Das irakische Staatsfernsehen sprach von amerikanischen Luftangriffen. Ein Sprecher der von den Vereinigten Staaten angeführten Militärkoalition im Kampf gegen die Extremistenmiliz IS dementierte die Berichte. Er teilte via Twitter mit, das Bündnis habe in den vergangenen Tagen keine Luftangriffe in der Nähe des Lagers Tadschi nördlich von Bagdad geflogen. Die Miliz stritt ab, dass ranghohe Mitglieder getötet worden seien. Betroffen sei eine Gruppe Sanitäter, die der Miliz angeschlossen sei.

          Milizen in Alarmbereitschaft

          Der Kommandant der iranischen Al-Quds-Brigaden, Soleimani, und der Vizechef der Hasched-al-Schaabi-Milizen im Irak, Abu Mehdi al Muhandis, waren in der Nacht zum Freitag durch einen amerikanischen Drohnenangriff unweit des Flughafens von Bagdad getötet worden. Iran drohte daraufhin mit „schwerer“ Vergeltung. Ein Kommandant der Hasched-al-Schaabi-Milizen rief seine Kämpfer ebenfalls in Alarmbereitschaft.

          Kämpfer und Anhänger der proiranischen Milizen waren am Dienstag zum amerikanischen Botschaftsgelände in Bagdad vorgedrungen. Bei den folgenden Zusammenstößen zwischen amerikanischen Sicherheitskräften und Kämpfern der Milizen wurden dutzende Menschen verletzt. Amerikas Außenminister Mike Pompeo warf al Muhandis vor, hinter der Attacke auf die Botschaft zu stecken.

          Die Tötung Soleimanis rief am Freitag international Befürchtungen vor einer Gewalteskalation in der Golfregion hervor. Amerikas Präsident Donald Trump betonte unterdessen, dass er keinen Krieg mit dem Iran wolle. Auch wolle seine Regierung keinen Regimewechsel in Teheran herbeiführen, sagte Trump am Freitag.

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