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Giftmüll im Beiruter Hafen : Wie in einem Endzeitfilm

Zwei Arbeiter entfernen am 16. Januar im zerstörten Beiruter Hafen Behälter mit Salzsäure aus verrotteten Containern. Bild: dpa

Nach der Explosion im Hafen von Beirut wurden Tonnen an Gefahrgut gefunden, die in verrottenden Containern lagerten. Spezialisten, die den Giftmüll zur Entsorgung nach Deutschland schaffen, sind fassungslos.

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          Auf der Mole, einen Steinwurf entfernt, stehen die Angler. Über Jahre hinweg haben sie hier gefischt und später wohl gegessen, was sie aus dem Mittelmeer zogen. Woher hätten sie auch wissen sollen, dass auf dem nahen Gelände hochgiftige Chemikalien versickern. „Vom Boden hier muss man mindestens drei, vier Meter abtragen“, sagt Michael Wentler, ein Gefahrgutspezialist aus Deutschland, der noch immer fassungslos über die Zustände ist, die er im Hafen von Beirut vorgefunden hat. „So etwas“, sagt er, „habe ich noch nicht erlebt.“

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Das Areal, in dem er steht, könnte als Kulisse für einen Endzeitfilm dienen. Verrostete und verätzte Container liegen in einem rötlichen Schlamm, der einen stechenden, säuerlichen Geruch absondert. Daneben verätzte Holzplanken, kohlschwarz, als wären sie verbrannt. Über farbig schimmernden Pfützen liegt eine Kruste von Ablagerungen wie eine dünne Eisschicht beim ersten Frost.

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