https://www.faz.net/-gpf-9qb70

Konflikt in Afghanistan : Weitere Gespräche zwischen Amerika und den Taliban

  • Aktualisiert am

„Wir sind bereit. Wir werden sehen, ob die Taliban es auch sind“, sagte der amerikanische Chefunterhändler Khalilzad vor den Gesprächen auf Twitter. Bild: Reuters

Der amerikanische Chefunterhändler Khalilzad reist für weitere Gespräche über eine Lösung des Afghanistan-Konflikts nach Qatar und Afghanistan. Die Präsidentschaftswahlen in Amerika 2020 könnten die Verhandlungen vorantreiben.

          Die Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und den radikalislamischen Taliban gehen weiter. Das amerikanische Außenministerium kündigte am Dienstag in Washington an, der amerikanische Chefunterhändler Zalmay Khalilzad werde noch im Laufe des Tages zu einer Reise nach Qatar und Afghanistan aufbrechen. In der qatarischen Hauptstadt Doha werde Khalilzad die Gespräche mit den Taliban fortsetzen und danach in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit der dortigen Regierung sprechen. Weitere Reisepläne stünden noch nicht fest.

          Seit rund einem Jahr sprechen die Vereinigten Staaten mit hochrangigen Vertretern der Taliban über eine politische Lösung des langjährigen Afghanistan-Konflikts. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien der Taliban, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird. Beide Seiten hatten sich jüngst optimistisch gezeigt, bald zu einer Einigung zu kommen.

          Mitte August hatten die Vereinigten Staaten und die Taliban ihre jüngste Gesprächsrunde im Golfemirat Qatar beendet. Beide Seiten nannten die Verhandlungen nützlich und produktiv.

          „Wir sind bereit“

          Vor der Wiederaufnahme der Gespräche zeigt sich Khalilzad zuversichtlich. Bei den Verhandlungen in der qatarischen Hauptstadt Doha sollten Einigungen bei den letzten verbliebenen Themen erzielt werden, schrieb der Chefunterhändler am Dienstag auf Twitter. „Wir sind bereit. Wir werden sehen, ob die Taliban es auch sind.“

          Präsident Donald Trump sagte vor Journalisten, er wolle nicht, dass amerikanische Soldaten nach fast 18 Jahren Krieg in Afghanistan als Polizeikräfte fungierten. „An einem bestimmten Punkt muss man sagen, dass das lange genug ist“, erklärte der Republikaner. „Die Taliban wollen aufhören, gegen uns zu kämpfen. Sie haben viel verloren“, fügte er hinzu.

          Beobachter gehen davon aus, dass Trump die meisten der mehr als 13.000 in Afghanistan stationierten Soldaten vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2020 abziehen will. Kritiker halten dies für verfrüht. Sie fürchten, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan ohne amerikanische Präsenz weiter verschlechtert - und dass sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und das Terrornetzwerk Al Qaida in dem Land festsetzen könnten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vor UN-Klimagipfel : Jetzt muss endlich gehandelt werden

          Angela Merkel und ihre Regierung reisen mit einem Plan nach New York, mit dem sie nicht als Vorkämpfer fürs Klima zurückkehren werden. Nur guten Willen zeigen – das genügt nicht mehr. Die neuen Klimaberichte sind alarmierend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.