https://www.faz.net/-gpf-a9jkn

Kampf gegen Corona : Weite Teile Italiens bleiben auch über Ostern zu

So wird es noch ein bisschen bleiben: Ein leeres Café in Rom Bild: Reuters

Ab Montag gilt in 14 italienischen Regionen ein wochenlanger Lockdown. Sogar Gottesdienste zu Ostern könnten eingeschränkt werden.

          2 Min.

          Wie schon zu Weihnachten werden in weiten Teilen Italiens auch in den Wochen bis Ostern sowie über die Feiertage selbst strenge Einschränkung gelten. Wegen der steigenden Zahl von registrierten Neuinfektionen werden von Montag an 14 der 20 Regionen des Landes zu „roten Zonen“ deklariert und mit einem faktischen Lockdown belegt. „Wir brauchen strengere Regeln, weil sich das Virus aufgrund der Varianten rasch ausbreitet“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag. Nach Angaben der Behörden machen Infektionen mit der britischen Virusvariante inzwischen mehr als die Hälfte der in Italien neu registrierten Fälle aus.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Zusätzlich zu den Regionen Basilikata, Kampanien und Molise, die bereits seit dieser Woche als Hochrisikogebiete ausgewiesen sind, gelten von Montag an auch die bevölkerungsreichen Regionen Lombardei, Latium, Venetien und Emilia-Romagna sowie Friaul-Julisch Venetien, die Marken, Kalabrien und Trentino-Südtirol als „rote Zonen“. Die neuen Einschränkungen gelten bis einschließlich Ostermontag.

          Impfung mit Astra-Zeneca-Charge gestoppt

          Weiterhin „weiße Zone“ mit den relativ wenigsten Neuansteckungen und moderaten Einschränkungen bleibt Sardinien. Die Insel Sizilien, Kalabrien und das Aostatal werden als „gelbe Zone“ mit moderatem Risiko eingestuft. Vom 3. bis 5. April wird das ganze nationale Territorium zur „roten Zone“ erklärt und mit einer faktischen Ausgangssperre belegt. Von Ostersamstag bis Ostermontag dürfen die Gemeinde oder Stadt des Wohnsitzes nur für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt sowie wegen Notfällen verlassen werden. Nur eine Fahrt je Tag für zwei Personen zu einem anderen Privathaushalt ist auch außerhalb der Gemeindegrenzen, aber innerhalb der Wohnsitzregion erlaubt. Die traditionellen Verwandtenbesuche, Ausflüge und Grillpartys zu Ostermontag sind damit faktisch untersagt. In Rom wurde erwartet, dass auch Gottesdienste zu Ostern entweder verboten oder nur in extrem eingeschränkter Form gestattet werden.

          In den „roten Zonen“ müssen neben Schulen auch alle Einzelhandelsgeschäfte sowie Bewirtungsbetriebe geschlossen bleiben, nur Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte sowie Apotheken und Zeitungs- sowie Tabakkioske bleiben geöffnet. Schon seit Wochen gilt in Italien das Verbot, die Region des Wohnsitzes zu verlassen. Das Reisen über die Grenzen der Regionen hinweg wird damit erst nach Ostern wieder erlaubt sein. Im ganzen Land gilt weiterhin zudem die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Vor der Unterzeichnung des neuen Dekrets durch Ministerpräsident Mario Draghi hatten Gesundheitsminister Speranza und die für Regionalfragen zuständige Ministerin Mariastella Gelmini die Vertreter der Regionen über die Maßnahmen informiert.

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Gesundheitsminister Roberto Speranza verteidigte am Freitag die Impfkampagne der italienischen Regierung und wies Bedenken zumal über die Sicherheit des Astra-Zeneca-Impfstoffes zurück. „In Italien sind die Impfstoffe sicher. Die Massenimpfung ist eine wesentliche Waffe im Kampf gegen die Epidemie“, sagte Speranza.

          Die italienische Arzneibehörde Aifa hatte am Donnerstag die Verwendung einer Charge des Astra-Zeneca-Impfstoffes gestoppt, nachdem auf Sizilien drei Angehörige der Sicherheitskräfte nach der Verabreichung der ersten Dosis des Impfstoffe in Folge von Embolien und Herzinfarkten gestorben waren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und den Todesfällen besteht. Die Aifa hatte am Mittwoch von 40 Todesfällen nach Impfungen berichtet, die derzeit landesweit überprüft werden. In Italien haben bisher gut sechs Millionen Menschen zumindest eine Impfdosis erhalten. Die italienische Regierung will die Impfkampagne beschleunigen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.