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„Zu Unrecht kritisiert“ : Lukaschenko lobt Merkels Flüchtlingspolitik

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Von der EU-Kritik an der Todesstrafe zeigt sich Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko genervt. Bild: dpa

Ausgerechnet vom letzten Diktator Europas erhält Angela Merkel Rückendeckung für ihre Flüchtlingspolitik. Dennoch sucht Alexander Lukaschenko lieber das Gespräch mit Russland oder China.

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          Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik gelobt. Er sah für die Aufnahme von einer Million Flüchtlinge in Deutschland 2015 aber keine humanitären Gründe, sondern verknüpfte sie mit der demografischen Lage. „Sie (Merkel) hat als erste in Europa so gehandelt: Sie sah, dass es in Deutschland an Arbeitskräften mangelt, und hat Europa vorgeschlagen, die Türen zu öffnen“, sagte Lukaschenko am Dienstag bei seiner Jahresrede in Minsk.

          „Ich denke, sie wird zu Unrecht kritisiert.“ Die Bevölkerung in Europa werde immer älter und brauche Zuwachs von außen. Die Äußerung des autoritären weißrussischen Langzeitpräsidenten ist aber ungewöhnlich. In Russland und anderen osteuropäischen Staaten wird sonst argumentiert, Merkel gefährde mit der Aufnahme zumeist muslimischer Flüchtlinge die christliche Prägung Westeuropas.

          Lukaschenko kritisierte nach Agenturberichten, dass die EU seinem Land ständig Vorschriften machen wolle. „Sowie wir mit den Europäern reden, fangen sie gleich an – mal mit der Todesstrafe, mal mit etwas anderem.“ Russland und auch China, dessen Bedeutung für Weißrussland wächst, seien da anders: „Sie nehmen uns so, wie wir sind.“ In der Ex-Sowjetrepublik wird immer noch die Todesstrafe vollstreckt.

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