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Vor Weißem Haus : Thunberg unterstützt Schulstreik in Washington

  • Aktualisiert am

Thunberg zwischen Schülern aus Washington Bild: AFP

Greta Thunberg hat mit Schülern aus Washington vor dem Weißen Haus demonstriert. Laut einem Bericht der „Washington Post“ steigt in Amerika die Achtsamkeit gegenüber den Gefahren des Klimawandels.

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          Zusammen mit mehreren hundert Schülern hat Greta Thunberg an einem Schulstreik für das Klima vor dem Weißen Haus in Washington teilgenommen. Die Demonstranten hielten ein Transparente mit der Aufschrift „Youth for Climate Action Now“ (Jugend für Klima-Aktion Jetzt!) und „Recycle and save the planet“ (Recycle und rette den Planeten) hoch und skandierten Sprüche wie „Our earth, our earth is on fire“ (Unsere Erde, unsere Erde brennt) oder „People over profit“ (Menschen über Profit) und „No more cole, no more oil, keep that carbon in the soil“ (Keine Kohle mehr, kein Öl, lass den Kohlenstoff in der Erde). Später absolvierten sie einen Sitzstreik.

          Die 16 Jahre alte Thunberg ist seit etwa zwei Wochen in den Vereinigten Staaten und hatte zuvor schon die Vereinten Nationen besucht und an einer Klimademonstration in New York teilgenommen. In Nordamerika ist die Schwedin, Kopf der „Fridays for Future“-Bewegung, noch relativ unbekannt. Die Klima-Aktivistin ist zu einer Zeit wichtiger politischer Fragen nach Amerika gereist.

          Zunächst steht der Jugend-Klimagipfel der UN an, bei dem Thunberg mit Generalsekretär António Guterres sprechen wird (vom 21. September an). Kurz darauf findet auch der Klimagipfel der Vereinten Nationen mit den Staats- und Regierungschefs in New York statt. In Washington D.C. wird Thunberg am Montag von Amnesty International ausgezeichnet.

          Am vergangenen Mittwoch war die Aktivistin zu Gast in der „Daily Show“ von Talkmaster Trevor Noah. Dort sagte sie, dass der Klimawandel in Amerika eine Glaubensfrage sei. Es werde anders über den Klimawandel gesprochen als in Schweden, wo er in der Öffentlichkeit relativ stark anerkannt sei und – wie Thunberg wörtlich sagte – „eher wie eine Tatsache“ behandelt werde. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage der Washington Post und der Kaiser Family Foundation, dass mehr Amerikaner den Klimawandel als ernsthafte Bedrohung, sogar als Krise ansehen. Dies täten demnach vier von zehn Menschen.

          Die Umfrage ergab außerdem, dass eine große Mehrheit der Amerikaner – etwa acht von zehn – angibt, dass menschliches Handeln den Klimawandel befeuert, und ungefähr die Hälfte glaubt, dass innerhalb des nächsten Jahrzehnts dringend Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die schlimmsten Auswirkungen der Menschheit abzuwenden. Der Regierung von Donald Trump trauen das aber die Wenigsten zu.

          Dass Thunberg den amerikanischen Präsidenten trifft, scheint deswegen auch nahezu ausgeschlossen. Vor ihrer Reise hatte die 16-Jährige gesagt, sie wolle keine Zeit mit Trump verschwenden. Trump hat mehrmals öffentlich gesagt, dass er bezweifle, dass Menschen beim Klimawandel eine aktive Rolle spielen. Außerdem hat er dem Pariser Abkommen von 2015 zum globalen Klimaschutz den Rücken gekehrt und setzt auf die fossilen Energieträger. Auf Einladung der oppositionellen Demokraten wird Thunberg dafür in einer Kongressanhörung auftreten.

          Thunberg, die aufgrund von Kohlestoffemissionen mit dem Segelboot statt dem Flugzeug nach Nordamerika reiste, begann vor etwas mehr als einem Jahr damit, jeden Freitag um 12 Uhr vor dem Reichstag in Stockholm für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In dieser Zeit ging sie nicht zur Schule. Viele Jugendliche, vor allem in Europa, inspirierte sie mit der Aktion. Sie tun es ihr seit Monaten gleich. „Gebt nie auf – wir machen weiter!“ rief Thunberg zum Ende der Versammlung ihren jungen Mitstreitern zu.

          Thunberg bei einer Demonstration vor den Vereinten Nationen in New York

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